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Der Norden Das war der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen
Nachrichten Der Norden Das war der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen
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00:33 04.05.2018
06.04.2018, Niedersachsen, Hannover: Jie Huang-Wolf sitzt inmitten von blühenden Blausternen (Scilla) in der Herrenhäuser Allee in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Hannover

Einstellige Temperaturen in der Früh, stürmischer Wind und wenig Sonne: Der Mai hat für die meisten Deutschen höchst ungemütlich begonnen. Nur gut, dass der Blick zurück auf den angeblich so launischen April ganz anders ausfällt: So warm war der Monat in Deutschland noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Mit hochgerechnet 12,4 Grad Celsius lag der Temperaturdurchschnitt um fünf Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach Auswertung seiner rund 2000 Messstationen mitteilte. Bisher hatte es 2009 den wärmsten April gegeben, damals lag die Durchschnittstemperatur bei 11,8 Grad.

In Niedersachsen war es im April 2018 mit 12,0 Grad leicht kühler als im Bundesschnitt, Hannover kam dagegen auf 12,6 Grad. Erwähnenswert fanden die DWD-Experten noch eine Statistik über das Emsland: Dort schien im April bundesweit am seltensten die Sonne. Verantwortlich für die warmen Tage in der Monatsmitte war Hoch „Norbert“ – es brachte dem ganzen Bundesgebiet ein einwöchiges Sommerfeeling: Ohlsbach, südöstlich von Offenburg, verzeichnete am 22. April mit einer Tageshöchsttemperatur von 30,4 Grad den ersten richtig heißen Tag des Jahres. Für die drei kältesten Aprilmonate muss man lange zurückgehen. Kälterekorde gab es 1903, 1917 und 1929 mit durchschnittlich weit unter fünf Grad. Dass die Kälterekorde alle lange her sind, die Wärmerekorde aber erst kurz zurückliegen, ist für den DWD-Pressesprecher Gerhard Lux durchaus dem Klimawandel zuzuschreiben – und so könnte das aktuelle Wetter auch Thema bei der UN-Klimakonferenz werden, die am Montag in Bonn begann. „Wir müssen unsere Ambitionen dramatisch verstärken“, sagte UN-Klimachefin Patricia Espinosa vor über 4000 Delegierten aus aller Welt. Die vielen Wetterkapriolen des vergangenen Jahres hätten dies noch einmal deutlich gemacht.

Von Sandra Trauner

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