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Der Norden Vier von fünf Niedersachsen schlafen schlecht
Nachrichten Der Norden Vier von fünf Niedersachsen schlafen schlecht
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00:15 21.05.2017
Vier von fünf Niedersachsen klagen über schlechten Schlaf. Quelle: Christin Klose
Hannover

Bereits vor sieben Jahren hat die DAK Gesundheit eine Umfrage zum Schlafproblemen in Niedersachsen durchgeführt. Daher gibt sich nun die Möglichkeit zu einem direkten Vergleich. Während 2009 noch 43,4 Prozent aller Befraten angaben, unter Schlafproblemen zu leiden, stieg der Wert 2016 auf 81,9 Prozent. Auch in der Medizinischen Hochschule Hannover werden zunehmend Fälle von Schlafstörungen behandelt. „Es kommen immer mehr Leute zu uns und sagen, dass sie damit ein Problem haben“, sagt Dr. Birgit Hoffmann-Castendiek, Leiterin des Schlaflabors an der MHH. Durch verlängerte Öffnungszeiten im Einzelhandel, zunehmenden Bedarf an Schichtdiensten in der Industrie und den technischen Einfluss der Digitalisierung spiele das Berufsleben dabei eine entscheidende Rolle.

Den Laptop im Bett

Medizinische Hilfe bei Schlafproblemen haben laut Gesundheitsreport lediglich fünf Prozent aller Befragten gesucht. Die MHH habe zudem große Probleme, Patienten an niedergelassene Ärzte zu vermitteln, sagt Hoffmann-Castendiek – nur wenige befassten sich überhaupt mit dem Thema. Einen großen Effekt auf die Schlafqualität hat auch das Verhalten kurz vor dem Zubettgehen. Rund 85 Prozent der Befragten gaben an, direkt vor dem Einschlafen Filme oder Serien zu schauen. Die Zeit mit dem Partner genießen zwei von drei Personen – ebensoviele nutzen Smartphone, Tablet oder Laptop, um privaten Interessen nachzugehen. 12 Prozent gaben dabei an, noch im Bett dienstliche Emails zu lesen oder den nächsten Arbeitstag zu planen.

Ärger hält wach

„Es gibt keine Regel, wie Schlaf sein muss“, sagt Hoffmann-Castendiek. So gebe es Menschen, die mit einer kurzen Nachtruhe auskämen und wiederum andere, die acht oder zehn Stunden benötigten. Viele ärgerten sich so sehr, in der Nacht aufzuwachen, dass sie ihre Gedanken vom Schlafen abhielten. Mit zunehmendem Alter steige zudem der Bedarf an einer Mittagsruhe. Auch Sport könne einen heilsamen Einfluss haben – zu welcher Tageszeit unterscheide sich von Person zu Person, sagt die MHH-Medizinerin. Der Grundsatz sei aber für alle gleich: „Um Schlaf muss man sich kümmern.“

Schlafstörungen haben viele Formen

In sieben Diagnosegruppen lassen sich die bis zu 100 verschiedenen Typen von Schlafstörungen einordnen. Die quälendste Form sind regelmäßige Ein- und Durchschlafstörungen, die Insomnien. Diese werden diagnostiziert, wenn drei Voraussetzungen gegeben sind: Der Patient schläft an drei Wochentagen oder öfter schlecht, klagt über eine schlechte Schlafqualität und ist dadurch am nächsten Tag müde und erschöpft. Nach der DAK-Studie war davon im Oktober 2016 jeder achte erwerbstätige Niedersachse betroffen. Die Zahl von Insomnien sei seit 2009 um etwa 32 Prozent gestiegen.

Von Nils Oehlschläger

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