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Der Norden Prozess um Vatermord: Ist Angeklagter psychisch krank?
Nachrichten Der Norden Prozess um Vatermord: Ist Angeklagter psychisch krank?
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00:16 06.01.2018
Der wegen Mordes angeklagte 19-Jährige im Sitzungssaal des Landgerichtes in Verden neben seiner Pflichtverteidigerin Daniela Post. Quelle: dpa
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Verden

  Weil er seinen Vater im Schlaf erstochen haben soll, muss sich ein 19-Jähriger seit Mittwoch vor dem Landgericht Verden verantworten. Am ersten Verhandlungstag regte einer der drei Verteidiger an, den Angeklagten möglichst schnell psychiatrisch zu untersuchen. Das Motiv der Tat sei völlig unklar. „Er hat letztlich den getötet, den er auch geliebt hat. Das, was dahinter steht, muss man aufklären.“ Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters sagte der Angeklagte, er sei bereit mit der psychiatrischen Sachverständigen zu reden.

 Laut Anklage soll der junge Deutsche am Vatertag Ende Mai ins elterliche Schlafzimmer in Osterholz-Scharmbeck gegangen sein und seinem dort schlafenden Vater ein Messer in den Hals gerammt haben. Als der blutende Vater sich aufrichtete, soll der Angeklagte weiter auf den Mann eingestochen haben. Der 58-Jährige starb am Tatort. Der Sohn wurde kurz danach festgenommen und gestand die Tat. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. 

Messer in den Hals des schlafenden Vaters gestochen

 Einer der Verteidiger sagte zu Beginn des Prozesses, dass es an der Täterschaft keine Zweifel gebe. Die Hintergründe aber müssten geklärt werden. In Vernehmungen nach der Tat habe die Mutter angegeben, dass ihr Sohn krank sei. Dieser Aussage müsse nachgegangen werden. Ob sich der Angeklagte im Prozess zur Tat äußern wird, war zunächst unklar. Am ersten Verhandlungstag wirkte er sichtlich unruhig und mitgenommen. Ein Bruder des Angeklagten rief in einer Verhandlungspause auf dem Flur: „Er ist behindert. Kein normaler Mensch tut so was.“ 

 Die Mutter des 19-Jährigen war ursprünglich für den ersten Verhandlungstag als Zeugin erwartet worden. Einer der Verteidiger überreichte dem Vorsitzenden Richter aber eine schriftliche Erklärung, nach der die Frau sowie mehrere Geschwister des 19-Jährigen nicht vor Gericht aussagen wollen. 

 Die Kammer legte daher fest, dass die psychiatrische Sachverständige noch am Mittwoch anfangen sollte, mit dem Angeklagten zu sprechen. Ihr Gutachten wird Ende Januar erwartet. Dabei geht es auch um die Frage der Schuldfähigkeit. Als nächster Verhandlungstermin wurde der 23. Januar bestimmt.  

Es droht lebenslange Haft

Der 19-Jährige wird vor Gericht als Heranwachsender behandelt. Gegen Ende des Prozesses wird die Kammer entscheiden, ob der Angeklagte nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. Je nachdem wie die Entscheidung ausfällt, drohen ihm bis zu 15 Jahre Jugendstrafe oder lebenslange Haft.

 In Niedersachsen gab es im gleichen Monat Mai 2017 eine ähnliche Tat, die ebenfalls für großes Entsetzen sorgte. Am Muttertag wurde eine 39 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung in Varel im Landkreis Friesland erstochen. Seit November müssen sich die 14-Jährige Tochter des Opfers und ihr 15-jähriger Freund vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die Mutter des Mädchens getötet zu haben. 

Von dpa

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