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Der Norden Uelzen will sich mit einem See verschönern
Nachrichten Der Norden Uelzen will sich mit einem See verschönern
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00:44 04.05.2018
Etwa so wie in dieser Animation stellt sich der Bürgerverein die Neugestaltung am zentralen Herzogenplatz in Uelzen vor. Quelle: Animation: Ilmenaustadt e.V.
Uelzen

  Ein See mitten in der Stadt – was gibt es Schöneres? In Uelzen sind Bewohner dabei, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Der Bürgerverein „Ilmenaustadt“, der die Heidestadt von Grund auf verschönern will, sieht sich nach fünf Jahren harter Arbeit kurz vor dem Ziel: Noch im Mai wird dem Rat ein Gutachten vorgestellt, wonach der zentrale Herzogenplatz komplett umgekrempelt werden kann – inklusive Wasserspielen und Straßenverlegung. „Dem Ilmenausee steht demnach nichts im Weg“,  sagt der Vorsitzende Henning Tiedge

Der 58-Jährige und seine Mitstreiter haben den Bürgerverein 2013 gegründet, weil ihnen ihre Stadt nicht mehr recht gefiel. In Uelzen aufgewachsen, waren sie nach Studien- und Berufsjahren aus Großstädten zurückgekehrt, um fortan hier als Unternehmensberater, Rechtsanwalt oder Architekt zu arbeiten. Er habe 2007 bei seiner Ankunft seine Heimat kaum wiedererkannt, erinnert sich Tiedge. Nach dem Mauerfall sei es bergab gegangen, weil die frühere staatliche Zonenrandförderung fehlte: „Geschäfte standen leer, Gebäude verfielen, Bewohner zogen weg.“

Leben in die Stadt bringen 

Uelzen müsse besonders für junge Familien attraktiver werden, konstatiert der Verein. Die Lage – zwischen Hamburg und Hannover sei auch für Pendler günstig. Im Vergleich zu den Großstädten lasse es sich in der Heide ruhig und günstig wohnen. Aber auch Touristen will man zusätzliche Anreize bieten, nach einem Besuch des Hundertwasser-Bahnhofs die Altstadt aufzusuchen, in der viele Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

Der Bürgerverein begann, Ideen zu entwickeln.  Die zentrale: Mit Wasser Leben in die Stadt bringen, am weiträumigen Herzogenplatz, der an das Flüsschen Ilmenau grenzt. Dort finden sich auch das Rathaus und in der Nähe das Amtsgericht. „Warum nicht ein See, wie ihn Hamburg mit der Alster und Hannover mit dem Maschsee zu bieten haben?“, war einer der ersten Gedanken. Die Resonanz war groß. Mittlerweile kann Tiedge von 155 „Ilmenaustadt“-Mitgliedern und 530 offiziellen Unterstützern berichten. „Und die Wirtschaft steht zu hundert Prozent dahinter.“ Örtliche Betriebe haben unter anderem ein vom Verein in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten gesponsert.

Eine Machbarkeitsstudie wird am 22. Mai zunächst dem Bauausschuss und dem Ausschuss für Zukunftsplanung vorgestellt. Sie ist von der Stadt beschlossen und bezahlt worden. Untersucht wurden unter anderem der Investitionsbedarf sowie die Auswirkungen auf Fische in der zum See erweiterten Ilmenau. Für 2018 hat Uelzen vorsorglich 247.000 Euro für Planungskosten und -aufträge in den Haushalt eingestellt, versehen mit einem Sperrvermerk. „Erst wenn der Rat dem Projekt zustimmt, können die Planungen beginnen“, sagt Stadtsprecherin Ute Krüger.

Start schon im nächsten Jahr?

Von der ursprünglichen Vision eines deutlich größeren Sees, der schon den Begriff „Uelzener Riviera“ ins Spiel brachte, musste der Bürgerverein Abstriche machen.  Der Naturschutz forderte seinen Tribut, ebenso der Denkmalschutz, der einer Unterbrechung des historischen Stadtgrabens widersprach. Für den neuen Ilmenausee sind nur noch etwa 2300 Quadratmeter Wasserfläche vorgesehen –­ eigentlich ein Teich“, wie der Gärtner und SPD-Ortspolitiker Florian Ihlenfeldt spottet. 

Von der SPD dürfte es abhängen, ob das Projekt umgesetzt wird. Die Grünen, die anfangs mitzogen, zeigen sich neuerdings ablehnend, ihr Fraktionsvorsitzender spricht vom Ilmenausee als „Mückenaufzuchtstation“. Ansonsten finden aber selbst Skeptiker die Idee attraktiv, etwa Jürgen Roglin. „Schön wäre das schon“, meint der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. „Aber es gibt hier dringendere Probleme, zum Beispiel den sozialen Wohnungsbau.“

Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, versichern die Befürworter der Innenstadtneugestaltung. „Eine Förderung aus Bundesmitteln für innerstädtische Grüngürtel sei bereits in Aussicht gestellt. „Im nächsten Jahr könnte es losgehen“, meint Rechtsanwalt Florian Lücke, einer der Vereinsgründer. Dafür müssten die Pläne rund um Uelzens „kleinen Maschsee“ nur noch ein wenig erweitert werden. Er sei zuversichtlich, sagt der 42-Jährige, dass die so aufgewertete Stadt auch Studienfreunde aus Hamburg vom Leben in der Heide überzeuge. Eines habe Uelzen jetzt schon gewonnen, meint der Anwalt und vierfache Vater: „Ein tolles Wir-Gefühl.“

Von Gabriele Schulte

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