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Toter Soldat hatte eine Blutvergiftung

Bundeswehrmarsch Toter Soldat hatte eine Blutvergiftung

Mehrfaches Organversagen infolge einer Blutvergiftung soll die Ursache für den Tod eines Bundeswehrsoldaten bei einem Übungsmarsch in Munster (Heidekreis) gewesen sein. Das gehe aus dem jetzt vorliegenden Obduktionsbericht hervor, sagte die Lüneburger Oberstaatsanwältin Angelika Klee am Donnerstag.

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Quelle: dpa

Munster. Bei dem Marsch am 19. Juli, nach dem der junge Soldat zusammengebrochen und später gestorben war, haben weitaus mehr Soldaten als bisher bekannt Auffälligkeiten gezeigt. Zunächst war von vier Soldaten die Rede gewesen. Nach einem Bericht des Verteidigungsstaatssekretärs Markus Grübel an den Verteidigungsausschuss von Donnerstag, der der HAZ vorliegt, haben aber elf Soldaten über Beschwerden geklagt. Einige Soldaten waren benommen und kurzzeitig nicht ansprechbar, andere klagten über Schmerzen in Beinen oder Füßen. Einer musste den Marsch wegen Erschöpfung abbrechen. Keiner dieser Fälle war allerdings so ernst wie die der vier kollabierten Offiziersanwärter. Einer befindet sich immer noch auf der Intensivstation.

Marsch mit Strafcharakter?

Wie der Staatssekretär schreibt, sind an dem fraglichen Tag zusätzlich zu dem im Dienstplan vorgesehenen Übungsmarsch zwei Extra-Märsche befohlen worden. Fehlende Ausrüstungsgegenstände sollten aus der Kaserne geholt werden. Die Offiziersanwärter legten dabei die sechseinhalb Kilometern „streckenweise im Laufschritt“ zurück. Einige mussten „ergänzend Liegestütze absolvieren“. Das könnte darauf hindeuten, dass es sich bei den Märschen um Strafaktionen handelte.

Die Lüneburger Oberstaatsanwältin Klee sagte, der Tod des jungen Soldaten hänge mit einem Multiorganversagen des Mannes und mit einer Sepsis zusammen, einer Blutvergiftung. „Wie es dazu kommen konnte, müssen weitere rechtsmedizinische Folgeuntersuchungen zeigen“, sagte die Staatsanwältin.

Dass illegale Aufputschmittel im Spiel waren, hatte das Verteidigungsministerium am Montag dementiert. Ein Soldat habe allerdings ausgesagt, einen Energy Drink getrunken zu haben. Ob das zu dem Hitzschlag beigetragen haben könnte, blieb aber offen. Ein Abschlussbericht zur Ursache für den Zusammenbruch der Soldaten soll gegen Monatsende an den Bundestag gehen, hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch gesagt.

Von Bert Strebe

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