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Der Norden Dieser Niedersachse will SPD-Chef werden
Nachrichten Der Norden Dieser Niedersachse will SPD-Chef werden
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18:05 21.02.2018
„Tiefe Sorge um die Partei“: Udo Schmitz macht Andrea Nahles Konkurrenz. Quelle: dpa
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Stadland

Bekannt war der Sozialdemokrat Udo Schmitz einer breiteren Öffentlichkeit bisher nicht – doch jetzt bewirbt er sich um den SPD-Bundesvorsitz. Mit der Ruhe ist es also vorerst vorbei. „Ich habe keine Karriere in der Partei angestrebt“, sagt der 59-jährige SPD-Ortsvereinschef aus Stadland (Kreis Wesermarsch), ehe der ganze Unmut über die Parteioberen in Berlin aus ihm heraussprudelt. „Die Führung missachte ständig die Basis, habe jegliche Bodenhaftung verloren und einen katastrophal geführten Wahlkampf zugelassen.“ Die Glaubwürdigkeit der Partei sei verloren gegangen.

Dies sagt Schmitz, der im vergangenen Jahr für 40 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt wurde, dessen Vater und Großvater bereits in der Partei waren und der selbst jahrelang hauptberuflich für die SPD in Bonn gearbeitet hat. Unter anderem war er Mitarbeiter von Hans-Jochen Vogel, schrieb für ihn Reden, später arbeitete er für Renate Schmidt. Den Wechsel nach Berlin machte der stämmige Mann mit Halbglatze, Bart und freundlichem Lächeln nicht mit, blieb als Verwaltungsjurist im Rheinland und zog später Richtung Küste. Seit dem vergangenen Jahr steht der Familienvater dem SPD-Ortsverein Stadland vor und arbeitet als Lehrbeauftragter an der Hochschule Bremen.

Die ganz große Politik gehörte für Schmitz im Ortsverein zuletzt nicht zum Tagesgeschäft – eher ging es um das Verteilen von Adventskränzen in Altenpflegeeinrichtungen oder die Einladung zum traditionellen Grünkohlessen. Nun aber hat Schmitz vom Kurs der SPD-Spitze unüberhörbar die Nase voll. Nach der Bürgermeisterin von Flensburg und einem Berufsschullehrer aus Dithmarschen kündigte er am Valentinstag seine Bewerbung als Bundesvorsitzender der SPD und Herausforderer von Andrea Nahles an – in einem Schreiben adressiert an den „lieben Genossen Olaf Scholz“, den kommissarischen SPD-Boss.

„Meine Kandidatur erfolgt aus tiefer Sorge um meine Partei und als Signal an die Basis der SPD“, erklärt Schmitz. Er könne nicht mehr mit ansehen, wie der komplette Parteivorstand die SPD im freien Fall abstürzen lasse. Irgendwer müsse die Reißleine ziehen, und er wolle dies tun, stellvertretend für die Basis der Partei. „Es müssen noch viel mehr aufstehen und die Genossen da oben erden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken, deswegen muss man da oben anfangen.“

Der Weckruf aus Stadland, wie kommt er an in der SPD? 16 Likes hat Schmitz auf Facebook in den ersten 24 Stunden nach Bekanntwerden seiner Bewerbung erhalten, einige Genossen wollen seine Erklärung zugeschickt bekommen. „Sehr gut Udo, meine Stimme hättest Du, wenn ich in deiner Partei wäre“, kommentiert ein User. Ein anderer hebt hervor, dass Schmitz es schon auf die Titelseite der Regionalzeitung geschafft hat. „Um Himmels Willen, Udo. Was hast Du denn geraucht?“, sorgt sich ein anderer Leser.

In der Niedersachsen-SPD hatte man Udo Schmitz bisher nicht groß auf dem Zettel – und dabei soll es auch bleiben. „Der Landesverband unterstützt Andrea Nahles“, sagt Parteisprecher Axel Rienhoff.

Von Michael Evers, dpa

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