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Der Norden Trinkwasserpreise steigen in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Trinkwasserpreise steigen in Niedersachsen
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00:38 14.05.2018
Die Trinkwasserpreise für Verbraucher in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.  Quelle: dpa
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Hannover

Trinkwasser ist in Niedersachsen in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden – zwischen 2005 und 2016 um rund 20  Prozent. Für einen Haushalt mit zwei Personen bedeutet das einen Preisanstieg von 49 Euro – von rund 137 auf rund 186 Euro pro Jahr. Das geht aus einer Analyse der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die Zahlen des Statistischen Bundesamtes ausgewertet hat.

Nach den Berechnungen der Statistiker sind die Trinkwasserkosten seit 2005 deutschlandweit um insgesamt 17,6 Prozent gestiegen. Allein in den Jahren zwischen 2014 und 2016 hätten sich die Verbraucherpreise für die Wasserversorgung um 4,1 Prozent verteuert –  und sind damit deutlich stärker gestiegen als die Inflationsrate, die in dem Zeitraum bei 0,8  Prozent lag.

Preise schwanken im Ländervergleich

Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern sei aber sehr unterschiedlich, hieß es. So sei der Preis in Thüringen und Berlin gesunken, während er in Bayern am stärksten zugenommen habe. Nach Angaben der Grünen schwanken die Preise für Trinkwasser zwischen den Bundesländern um bis zu 42  Prozent. In Norddeutschland ist das Trinkwasser tendenziell günstiger als im Süden.

Die Grünen führen den Preisanstieg vor allem auf die zunehmende Verunreinigung des Wassers mit Nitraten, Pestiziden und Medikamenten zurück. Brunnen müssten häufiger aufgegeben werden, die Aufbereitung werde teurer. „Gülle und Pestizide, die über Jahre eingebracht wurden, schlagen langsam zu Buche“, sagte Grünen-Mitarbeiter Patrick Roedern der HAZ. Im Grundwasser sei jetzt das angekommen, was vor 30 Jahren auf den Feldern ausgebracht worden sei. Die Grünen forderten schärfere Gesetze.

Bauernverband spricht von „Panikmache“

Der Deutsche Bauernverband entgegnete, die Auflagen für Landwirte in Trinkwassergebieten seien bereits „exorbitant“. Der stellvertretende Generalsekretär des Verbandes, Udo Hemmerling, sprach von „Panikmache“ der Grünen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, der Anstieg der Trinkwasserpreise übertreffe erst seit 2015 die allgemeine Teuerung. Jedoch müsse Trinkwasser besser geschützt werden. „Die zunehmende Verschmutzung des Grundwassers erfordert eine immer kostenintensivere Trinkwasseraufbereitung“, sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer beim BDEW für Wasser und Abwasser. Ein EU-Gutachten zeige, dass an 28 Prozent der Messstationen in Deutschland die Nitratbelastung überschritten werde. Die Versorger hätten mehr in die Infrastruktur investiert, alleine für das laufende Jahr seien 2,7 Milliarden vorgesehen. 

In Hannover sind die Preise für Trinkwasser in den vergangenen zwölf Jahren um rund 14 Prozent gestiegen. Die Sprecherin des Wasserversorgers Enercity, Bianca Bartels, sprach gegenüber der HAZ von einer „moderaten Entwicklung“. Hannover profitiere davon, dass es schon vor 20 Jahren in den Grundwasserschutz investiert habe.

Von Marco Seng

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