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Der Norden Wie starb Mike Mansholt?
Nachrichten Der Norden Wie starb Mike Mansholt?
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19:06 22.01.2018
Mike Mansholt Quelle: Foto: privat
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Oldenburg

 Er hätte das Mountainbike am 19. Juli zurückbringen müssen. Er hatte es sich für eine Tour auf der Insel Malta geliehen, am 18. Juli verschickte er noch eine Whatsapp-Nachricht: „Allerdings sind die Straßen hier so steil“, schrieb er, „dass man die nur hochlaufen kann zum Teil, mit dem Fahrrad gar nicht hochkommt.“ Gestört hat ihn das nicht: „Das ist ’ne sportliche Herausforderung, und das mag ich.“ 

Mike Mansholt aus Oldenburg, 17 Jahre alt und im Sommer 2016 auf Malta unterwegs, zum ersten Mal allein im Urlaub, brachte das Rad nicht zurück. Am 26. Juli wurde er tot aufgefunden, in den berühmten maltesischen Dingli-Klippen, in einer Felsspalte. Als sein Leichnam in Deutschland später obduziert wurde, fehlten Organe. Der Vater von Mike erstattete Anzeige. Jetzt wird der Fall von der maltesischen Justiz neu aufgerollt.

Viele Theorien

Mike war in der Ausbildung bei Airbus in Bremen, er hatte den besten Abschluss der Schule in Oldenburg hingelegt, er war Sportler: Radfahren, Klettern, Tauchen. Da war er wie sein Vater Bernd Alexander Mansholt, der Goldschmied in Oldenburg ist, und er war genauso reiselustig. Als Mike fünf war, waren die Mansholts zur Weltumseglung gestartet. Kanada, Bootfahren, Goldwaschen – solche Dinge machten Vater und Sohn gemeinsam.

Nach Malta war Mike gefahren, um seine Freundin zu besuchen, die dort einen Sprachkurs absolviert hatte, sie war dann abgereist, er hatte noch seine Radtour drangehängt. Inzwischen, sagt Bernd Alexander Mansholt mit seiner leisen, müden Stimme, sei er selbst auch viermal auf Malta gewesen. Erst, um den Jungen zu finden. Dann, um Spuren zu suchen. Um mit der Polizei zu reden. Alles zwecklos. „Wir haben viele Theorien, was passiert sein könnte“, sagt der Vater. „Alle enden an einem Punkt: an dem, an dem er gefunden wurde.“

Das Fahrrad hing über dem Jungen in einem Busch in der Felswand. Die Schuhe lagen zwischen Steinen, die Sonnenbrille ebenso. Er selbst lag in der Spalte, die man von oben auf den Klippen nicht sehen kann. Die Polizei erzählte Bernd Alexander Mansholt, der Rücken seines Sohnes sei zweimal gebrochen. Das stimmte nicht: Der 17-Jährige wies überhaupt keine Sturzverletzungen auf. Knochen heil, keine größeren Wunden. 

Es gab eine Obduktion auf Malta, der Bericht ist dürftig: Die Todesursache sei unbestimmt. Das konnten auch die deutschen Gerichtsmediziner bei einer zweiten Obduktion nicht präzisieren, denn dafür muss man Organe untersuchen. Es fehlten aber das Gehirn, das Herz, die Lungen, die Leber, die Nieren, der Magen und anderes. Auf Malta wurde Vater Mansholt gesagt, Nagetiere hätten die Organe gefressen, das Hirn habe sich verflüssigt. Dafür hätte es Tierbisse und weitere Anzeichen geben müssen. Gab es nicht. 

Was könnte passiert sein? Die Theorien von Mikes Vater: Sein Sohn könnte abgestürzt sein, von einem Autofahrer angefahren und in der Felsspalte versteckt worden, er könnte überfallen worden sein. Er könnte sogar Suizid begangen haben. Aber gegen alles spricht, dass sich am Körper keine äußeren Verletzungen fanden. „Mike ist nicht abgestürzt“, sagt der Vater. Vielleicht haben Organhändler ihm alles Wichtige entnommen? Dazu braucht man einen OP, und man wirft die Leiche hinterher nicht in die Felsen.  

Wo ist der Rucksack?

Anderes ist auch unklar: Wo ist Mikes Rucksack mit Sportkamera, Handy und 600 Euro Bargeld? Seines Wissens sei die IMEI-Nummer, mit der man feststellen kann, wann ein Mobiltelefon benutzt wurde, nie abgerufen worden, sagt Mansholt. Und am Fundort der Leiche habe frisch gemähtes Gras gelegen, zusammen mit frischen Zwiebeln, und ein Bauer in der Nähe, den er angesprochen habe, habe sich seltsam benommen. Das habe er alles der Polizei erzählt, aber die tue nichts.

Wenn er sich für eine Theorie entscheiden müsse, sagt Bernd Alexander Mansholt, dann die, dass Mike nicht auf dem Weg die Felsen runter war, sondern rauf. Dass er den Weg abkürzen wollte, es war heiß, es war mühsam. Dass er das Rad auf den Rücken genommen und zu klettern versucht hat. „Er war ein guter Kletterer.“ Und dann bekam er einen Hitzschlag, entledigte sich des Rads, der Schuhe, legte sich in die Spalte, wo es etwas Schatten gab. „Und dort ist er verstorben.“

Und die Organe, glaubt der Vater, habe der schlampige Gerichtsmediziner einfach nicht wieder in den Körper zurückgelegt. Und das werde alles vertuscht. 

Falls das stimmt, geht es vielleicht bald nicht mehr. Bernd Alexander Mansholt hatte Anzeige gegen die maltesische Gerichtsmedizin erstattet, und einem Bericht der  „Times of Malta“ vom Montag zufolge hat das Justizministerium jetzt eine Entscheidung getroffen: Mikes Tod wird ein zweites Mal untersucht.

Von Bert Strebe

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