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Der Norden So erforschen Wissenschaftler Luchse in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden So erforschen Wissenschaftler Luchse in Niedersachsen
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09:16 10.05.2018
Der mit einem Senderhalsband versehene Luchs "M1" tappt in eine Fotofalle im Harz.  Quelle: dpa
Bad Harzburg

 Zehn Jahre nach dem Start eines Projekts zur Überwachung freilebender Luchse mit GPS-Technik gibt es jetzt ein kleines Jubiläum: Die Fachleute haben die 20. Raubkatze eingefangen, um sie mit einem Senderhalsband auszurüsten und anschließend wieder in die Freiheit zu entlassen. Die Forscher wollen auf diese Weise mehr über die Wanderungen der Raubkatzen erfahren.

Der „Jubiläums-Luchs“ sei ein einjähriges Männchen, das kürzlich im Weserbergland bei Bad Pyrmont eingefangen worden sei, berichtet der Leiter des Harzer-Luchs-Projekts, Ole Anders. Der erste Luchs war den Experten vor zehn Jahren bei Bad Harzburg in die Falle gegangen. 

Dass 200 Jahre nach dem Abschuss des letzten Harzer Luchses bei Lautenthal in der Region überhaupt wieder Luchse leben, ist dem Wiederansiedlungsprogramm des Nationalparks zu verdanken. Dabei waren in den Jahren 2000 bis 2006 im niedersächsischen Teil des Harzes 24 Raubkatzen freigelassen worden. Sie haben sich seither stark vermehrt und auch angrenzende Regionen in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen besiedelt. 

Wenn die Falle zuschnappt

Die Experten können dies mit Sicherheit feststellen, weil sich die Wege der mit Sendern ausgestatteten Tiere genau verfolgen lassen. Den Luchsen macht das nicht viel aus. Denn die Halsbänder der neuesten Generation wiegen weniger als 300 Gramm. Sie funken regelmäßig den jeweiligen Standort des Tieres. Mit Hilfe der satellitengestützten GPS-Technik können die Experten die Wanderungen so relativ genau verfolgen. 

So konnten sie zum Beispiel feststellen, dass die Raubkatzen zum Teil riesige Reviere beanspruchen. Die Größe betrage bis zu 335 Quadratkilometer, berichtet Anders. Klar wurde auch, dass Luchse weite Entfernungen überbrücken: Ein weibliches Tier, das sich zuvor im niedersächsischen Nordharz aufhielt, wurde wenig später rund 130 Kilometer entfernt bei Halle in Sachsen-Anhalt geortet. 

Um Luchse zu „besendern“, müssen sie zunächst gefangen werden. Dazu nutzen die Experten Kastenfallen. „Dabei ist das Verletzungsrisiko am geringsten“, sagt Anders. Wenn ein Jäger oder Förster ein frisch gerissenes Reh entdeckt und die Luchs-Experten alarmiert hat, stellen sie in der Nähe eine Falle auf und ziehen das Beutetier hinein. Wenn ein Luchs zur Beute zurückkehrt und den Kasten betritt, schnappt die Falle zu.  

20 Tiere gefangen

Anschließend wird das Tier betäubt. Es erhält ein Senderhalsband und wird wieder freigelassen. „Weil Luchsrisse selten rechtzeitig gefunden und gemeldet werden, ist der Luchsfang ein mühsames Geschäft“, sagt Anders. Dennoch sind bereits 20 Tiere in die Falle gegangen, zwölf Männchen und acht Weibchen. 

In den ersten Jahren des Überwachungsprojekts lag der Schwerpunkt darauf, Informationen über die Reviergröße der Luchse zu erhalten. Zudem sei es gelungen, mehr als 450 Beutereste der überwachten Luchse aufzuspüren, berichtet Anders. Die Raubkatzen jagen vorwiegend Rehe, innerhalb des Harzes auch junges Rotwild, und wo es geht, Mufflons. Wildschweine dagegen stehen nur selten auf dem Speiseplan. 

Luchse mit Sender stehen nicht dauerhaft unter Beobachtung. Die Halsbänder verfügen über einen sogenannten Drop-Off-Mechanismus: Nach 13 Monaten Überwachungszeit löst es sich automatisch vom Hals und kann wieder eingesammelt werden. Einige Halsbänder sind deshalb bereits mit mehreren Luchsen durch die Gegend „gereist“.

Von dpa

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