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Der Norden Niedersachsens Schüler machen das schlechteste Abi
Nachrichten Der Norden Niedersachsens Schüler machen das schlechteste Abi
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00:42 08.03.2018
Beim Abitur 2017 galten erstmals bundeseinheitliche Standards in den Kernfächern.  Quelle: dpa
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Hannover

 Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt vor einer Inflation der guten Noten bei den Abiturprüfungen, der Abschluss sei immer leichter zu erreichen. Bei der Masse an Einser-Abiturienten könne man die wirklich Herausragenden gar nicht mehr erkennen, kritisiert er. Die Landesregierung in Niedersachsen weist die Vorwürfe zurück. „Es deutet somit nichts daraufhin, dass die Aufgaben zu leicht geworden sein könnten, noch gibt es eine Inflation guter Noten“, entgegnet ein Sprecher von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Tatsächlich hat sich der Notendurchschnitt seit 2007 auch nur leicht verbessert  – von 2,7 auf rund 2,6.

Allerdings ist die Zahl der sehr guten Abschlüsse mit einem Schnitt von 1,0 seit der Einführung des landesweit einheitlichen Zentralabiturs 2006 gestiegen, von 0,5 auf inzwischen 0,9 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer liegt Niedersachsen damit ganz hinten, den Spitzenplatz nimmt Thüringen ein, wo 2,9 Prozent der Schüler ein 1,0-Abitur gemacht haben.

„Zentralprüfungen führen zur Verflachung“

Die Vereinheitlichung von Prüfungen führe zwangsläufig zu einer Verflachung und einer Verbesserung der Noten, meint Horst Audritz, Vorsitzender des niedersächsischen Philologenverbandes. Denn man müsse die Aufgaben am mittleren Niveau orientieren: „Aus guten Schülern werden dann sehr gute Schüler.“

Ein Grund für die im Ländervergleich schlechteren Abiturnoten könne darin begründet sein, dass es in Niedersachsen anders als etwa in Bayern keine Zugangsvoraussetzungen fürs Gymnasium gebe, dementsprechend höher sei der Anteil leistungsschwächerer Schüler. Mittlerweile legten fast 40 Prozent eines Jahrgangs das Abitur ab: „Wenn jeder das Abi hat, ist es nichts mehr wert“, so Audritz. Die Hochschulen würden dann andere Zugangshindernisse schaffen. „Wer genug Geld, sich darauf vorzubereiten, schafft es, andere nicht.“

Wolfgang Schimpf von der Direktorenvereinigung hat neben einer Zunahme der Einser-Abiture auch bemerkt, dass die Zahl derjenigen Schüler, die gerade noch die Reifeprüfung bestehen, zugenommen hat. Es gebe Abiturienten, die könnten keinen guten lesbaren längeren Text schreiben und bekämen trotzdem das Abitur. Da sei es kein Wunder, dass die Hochschulen über mangelndes Grundwissen bei den Studienanfängern beklagten. 

GEW: Abiturquote viel zu gering

Laura Pooth von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) moniert dagegen, dass die Abiturquote in Deutschland noch deutlich geringer sei als in vergleichbaren anderen OECD-Ländern. Noch immer entscheide der Geldbeutel der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder. Anders als früher, als man nach dem Abitur „Lehrer, Arzt oder Anwalt“ wurde, sei heute bei vielen nicht mehr eine akademische Laufbahn das Ziel. Überhaupt müsste angesichts der Digitalisierung über Grundfertigkeiten neu nachgedacht werden: „Wir müssen das  können, was der Rechner nicht kann.“

Auch André Brinkmann, Vorsitzender des Landesschülerrates, warnt davor, den Zugang zum Abitur durch noch schwerer Aufgaben zu beschränken. Damit würde man gerade Schüler aus sozial schwächeren Familien von Bildung ausschließen.

Tonnes Sprecher verweist darauf, dass die Aufgaben den Standards der Kultusministerkonferenz entsprechen und seit 2017 es auch Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife in Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch gebe. Das Abitur sei anspruchsvoll und von hoher Qualität. Eine Einschätzung, die Brinkmann bestätigt: „Die Schüler sagen, dass sie sehr viel büffeln müssen.“

Von Saskia Döhner

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