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Der Norden Immer mehr Kreise führen alte Kfz-Kennzeichen wieder ein
Nachrichten Der Norden Immer mehr Kreise führen alte Kfz-Kennzeichen wieder ein
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00:36 12.04.2018
Beliebt: 39 000 Autos in Norden sind bereits mit dem Kürzel NOR unterwegs.  Quelle: Foto: dpa
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Diepholz/Osnabrück

Heimatverbundenheit lässt sich auch mit einem Autokennzeichen ausdrücken. In sieben niedersächsischen Landkreisen können bisher Retroschilder beantragt werden, nun sollen die Kreise Diepholz und Osnabrück dazu kommen. Dort können die Bürger sich künftig entscheiden: Nehmen Diepholzer weiterhin DH – oder lieber das alte Regionalkennzeichen SY für Syke? In Osnabrück machte der Kreistag im März den Weg frei für die neuen alten Nummernschildkürzel in Melle (MEL), Bersenbrück (BSB) und Wittlage (WTL).

„Die neuen Altkennzeichen treffen auf Zustimmung, da man sich mit dem eigenen Ort identifizieren kann“, sagt Jens-Hermann Kleine, Kreisrat im Landkreis Diepholz. Neben persönlichen Daten wie Geburtstagen und Initialen, die bei vielen Autofahrern beliebt sind, kann nun auch der Wohnort konkretisiert werden.

„Zeit hat sich verändert“      

Im Landkreis Hildesheim gibt es die alten Kennzeichen bereits seit 2012. Dort kann ALF für Alfeld beantragt werden, bisher haben sich rund 11 000 Autofahrer dafür entschieden. In Norden im Kreis Aurich ist die Heimatliebe sogar noch wesentlich stärker ausgeprägt – zumindest was die Wahl der Autoschilder angeht. „Hier wollen die meisten ein NOR-Kennzeichen“, sagt eine Mitarbeiterin der Kfz-Zulassungsstelle in Aurich. Die Zahlen stiegen jährlich. Von insgesamt etwa 170 000 Kennzeichen steht auf rund 39 000 die Buchstabenkombination NOR.

In Diepholz werden die neuen alten Nummernschilder voraussichtlich im Mai ausgegeben werden können. In Osnabrück ist geplant, dass die Ausgabe ab Anfang Juni möglich sein soll. In beiden Kreistagen hatte man früher bereits über die Wiedereinführung diskutiert und sie zunächst abgelehnt. „Jetzt ist es auch in vielen weiteren Landkreisen ein aktuelles Thema. Die Zeit hat sich verändert“, sagt Kleine zu der Kehrtwende.

Hannover lehnt Retroschilder ab

Die Region Hannover dagegen lehnt eine Wiedereinführung der alten Schilder ab. „Wir wollen mit dem einheitlichen Kennzeichen die Identifikation mit der Region Hannover stärken“, betonte Behördensprecherin Carmen Pförtner vor Kurzem. Allerdings gibt es jetzt eine Ausnahme: Besitzer von historischen Fahrzeugen können künftig mit „BU“ (Burgdorf), „SPR“ (Springe) oder „NRÜ“ (Neustadt) unterwegs sein.

Von Anabel Urbons

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