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Der Norden Rekruten erlitten Hitzeschlag
Nachrichten Der Norden Rekruten erlitten Hitzeschlag
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19:58 14.08.2017
„Fakten auf den Tisch legen“: Wehrpflichtige in der Grundausbildung des Panzergrenadierbatallions auf dem Truppenübungsplatz Munster. Foto: dpa Quelle: Peter Steffen
Munster

Allerdings ist nach wie vor unklar, warum dieser Hitzeschlag so heftig ausfiel, dass er zum Tode führte - oder ob weitere Faktoren hinzugekommen sind. Drogen sollen nicht im Spiel gewesen sein.

Vier Offiziersanwärter waren seinerzeit kollabiert. Einer der Männer wird nach wie vor im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf auf der Intensivstation behandelt. Die Thermometer in Munster zeigten am 19. Juli bis zu 27,7 Grad an. Einem Zwischenbericht der Bundeswehr zufolge soll die Körpertemperatur der Offiziersanwärter mehr als 40 Grad betragen haben. Ein inzwischen genesener Soldat hat laut Verteidigungsministerium ausgesagt, vor dem Marsch eine Dose eines Energy Drinks getrunken zu haben.

Berichte über Aufputschmittel

Der verstorbene Soldat ist auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Lüneburg obduziert worden. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die sterblichen Überreste des jungen Mannes sind Montag  bestattet worden.

Am Morgen hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, die Soldaten hätten nach internen Berichten Aufputschmittel geschluckt. Das Verteidigungsministerium wies das zurück: „Wir haben keine Erkenntnisse darüber, dass illegale, aufputschende Substanzen durch die betroffenen Soldaten eingenommen wurden“, sagte der Sprecher. Am Abend wurden die Obleute des Verteidigungsausschusses vom Ministerium über diesen Sachstand unterrichtet.

Inzwischen drängen Verteidigungspolitiker wie der in Munster aufgewachsene Lars Klingbeil (SPD) und der hannoversche Abgeordnete Wilfried Lorenz (CDU) auf zügige Aufklärung. „Das Ministerium muss die Fakten auf den Tisch legen“, sagte Klingbeil. Für September habe die SPD eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses zum Fall Munster beantragt.

„Kein Drogenalltag“

Auch der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels hofft, dass die „immer noch rätselhaften“ Vorkommnisse bald geklärt sind. Zu der These der FAZ, dass die Einnahme illegaler Substanzen in der Bundeswehr zum Alltag gehöre, sagte Bartels, davon wisse er nichts. Drogenkonsumenten würden bei der Musterung aussortiert, und wenn man welche in der Kaserne erwische, flögen sie raus.

In Bundeswehrkreisen erinnert man sich, dass vor gut einem Jahr, im September, schon einmal vier Soldaten im bayerischen Hammelburg zusammengebrochen sind. Damals waren ausschließlich die Temperaturen verantwortlich. Allerdings ist auch niemand zu Tode gekommen.

Nach dem Fund von zehn Leichenteilen in Hamburger Gewässern sucht die Polizei nach weiteren Körperteilen. Eine heiße Spur zum Täter haben die Ermittler nach mehr als zehn Tagen immer neuer Funde noch nicht. „Wir arbeiten mit Hochdruck, die Ermittlungen laufen“, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

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