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Der Norden Prozess um "Schlacht vor dem Krankenhaus" beginnt
Nachrichten Der Norden Prozess um "Schlacht vor dem Krankenhaus" beginnt
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02:15 27.04.2017
24 Polizisten wurden bei der Schlacht vor dem Krankenhaus verletzt. Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Ein mutmaßlicher Räuber verunglückt tödlich bei seiner Flucht aus dem Gericht, seine Familie dreht durch und liefert sich mit der Polizei eine regelrechte Schlacht vor dem Krankenhaus – die Krawalle in Hameln im Januar 2015, bei denen 24 Beamte verletzt wurden, haben überregional für Aufsehen gesorgt. Am Montag wurde im Landgericht Hannover der Prozess gegen vier Männer und eine Frau aus der Familie eröffnet – unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen.

Vier Polizeiwagen warten vor dem Landgericht, es gibt Einlasskontrollen, und auffallend viele auffallend kräftige Justizbeamte wachen in Saal 127 über die Besucher. Am Ende waren die Sicherheitsmaßnahmen unnötig, die Besucherplätze blieben so gut wie leer. Dass man davon nicht ausgegangen ist, hat damit zu tun, dass die Angeklagten zur Gruppe der Mhallamiye-Kurden gehören, auch M-Kurden genannt. Mitglieder dieser deutsch-libanesischen Großfamilien haben in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass sie wenig Respekt vor dem Staat zeigen, und haben Richter und Polizisten auch schon mit dem Tode bedroht.

Dramatische Ereignisse

Darum geht es auch bei der Anklage am Montag gegen die fünf Männer und eine Frau aus Hameln. Vor Gericht wurden die dramatischen Ereignisse aus dem Januar 2015 noch einmal nachvollzogen. Ein Mitglied der Familie, Mohamed S., war einer Richterin vorgeführt worden, weil er eine Tankstelle ausgeraubt haben sollte. In einer Sitzungspause entkam der 26-Jährige seinem Verteidiger, öffnete im siebten Stock des Amtsgerichts Hameln ein Fenster und kletterte nach draußen. Der Fluchtversuch scheiterte, Mohamed S. stürzte in die Tiefe – vor den Augen seiner Angehörigen vor dem Gebäude.

Der Richter am Landgericht, Stefan Joseph, betonte, dass ihn diese Beschreibung nicht kaltgelassen habe. „Erleben zu müssen, wie der eigene Sohn oder Bruder gestorben ist – wir wissen, was für eine Tragik das für die Familie bedeutet“, sagt er in Richtung der Angeklagten. Gleichwohl sei es nicht in Ordnung gewesen, was danach passiert sei.

Rettungskräfte, die sich um den schwer verletzten Mohamed kümmern wollten, wurden von den aufgebrachten Familienmitgliedern angegriffen, ebenso Polizisten, die die Szene abschirmten. Die heute 50-jährige Mutter des Schwerverletzten, Kadhra S., habe die Beamten als „Nazis“, „Hurensöhne“ oder „alte Schlampen“ beschimpft, heißt es in der Anklageschrift. Da sie geglaubt habe, dass Polizisten ihren Sohn absichtlich aus dem Fenster gestoßen hätten, habe sie Rache gewollt: Das Gericht, die Richterin, die Stadt Hameln und das Krankenhaus „sollen brennen“, habe sie gerufen.

Verachtung für Polizei

Vor der Klinik, in der Mohamed S. einige Stunden nach seinem Sturz verstorben war, sei die Situation eskaliert, heißt es in der Anklageschrift weiter. Rund 30 Familienangehörige waren zusammengekommen und hätten sich mit den dortigen Polizisten ein heftiges Handgemenge geliefert. Einer Beamtin wurde dabei die Nase gebrochen, Steine flogen, Polizisten wurden mit Pfefferspray besprüht, der gläserne Eingangsbereich der Klinik ging zu Bruch. Akribisch zählen die Staatsanwälte die Beleidigungen und Verletzungen auf, immer mit der Betonung, dass die Angeklagten damit ihre Verachtung gegen die Polizei zum Ausdruck bringen wollten.

30 Sitzungstermine hat das Gericht angesetzt, um den Fall aufzuschlüsseln. Doch aller Voraussicht nach wird der Prozess schneller zu Ende sein: Sollten die Angeklagten Geständnisse ablegen, wären Staatsanwaltschaft und Gericht bereit, Bewährungsstrafen zu verhängen, sagte Richter Joseph. Dazu seien alle Beteiligten bereit, sagte ein Gerichtssprecher am Montagnachmittag nach weiteren Gesprächen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.     

Kurdische Clans beschäftigen Polizei

Die Großfamilien der Mhallamiye-Kurden bereiten der Polizei immer wieder Kopfzerbrechen. Fünf Clans werden in Niedersachsen zu dieser Bevölkerungsgruppe gezählt. Das Landeskriminalamt (LKA) macht diese Gruppe für rund 600 Straftaten im Jahr verantwortlich – darunter Raub, Körperverletzung, Betrug und Drogenkriminalität.
Besonders problematisch ist für die Justizbehörden, dass viele
Mhallamiye, in Polizeikreisen auch M-Kurden genannt, wenig Respekt für staatliche Einrichtungen zeigen und nur die eigenen Ältesten als Autoritäten anerkennen. Zudem gelten sie als sehr gewaltbereit.
So geschehen beim sogenannten Ampelmord-Prozess gegen einen M-Kurden, der den Geliebten seiner Frau an einer Ampel in Sarstedt erschossen hatte. Die meisten Zeugen konnten sich nicht erinnern, einige logen aus Angst für den Angeklagten. Als er trotzdem verurteilt wurde, randalierten Familienmitglieder im Gerichtssaal, der Richter lebte monatelang unter Polizeischutz. ran     

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