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Der Norden 3,6 Millionen Euro: Posse um Begegnungsstätte
Nachrichten Der Norden 3,6 Millionen Euro: Posse um Begegnungsstätte
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19:56 25.10.2017
In Bergen im Kreis Celle wollte die Stadt eine Begegnungsstätte für Jugendliche und Erwachsene bauen, 100 Betten, Seminarräume, eng verzahnt mit der Gedenkstätte für das KZ Bergen-Belsen.  Quelle: dpa (Archiv)
Bergen

In Bergen im Kreis Celle wollte die Stadt eine Begegnungsstätte für Jugendliche und Erwachsene bauen, 100 Betten, Seminarräume, eng verzahnt mit der Gedenkstätte für das KZ Bergen-Belsen. Kosten: 5,4 Millionen. 3,6 Millionen hat der Bund an Förderung zugesagt, die Gedenkstätte will auch etwas beitragen. Inzwischen aber steht im Raum, dass der Stadtrat den noch nötigen Beschluss, das Geld aus Berlin auch abzurufen, nicht mehr fällen will.

Konversion kostet 20 Millionen

Begründung: Das CDU-geführte Bergen steht nach dem Abzug der britischen Streitkräfte vor etlichen Herausforderungen, auch finanzieller Art: Die Konversion wird in zehn Jahren 60 Millionen Euro verschlingen, 20 davon muss der Ort selbst tragen. Und quer durch alle Fraktionen gibt es Kommunalpolitiker, die an der Wirtschaftlichkeit der Begegnungsstätte zweifeln und sich sorgen, am Ende auf einem Zuschussgrab zu sitzen.

Christian Böker, CDU-Ratsherr und Architekt, sagt, das sei alles nicht seriös durchgerechnet und werde wohl deutlich teurer werden. Der Grünen-Fraktionschef Jürgen Patzelt erklärt, er sei für das Projekt, könne wegen fehlender Konzepte aber nicht zustimmen. Es gibt inzwischen eine von der CDU angeführte Mehrheit im Rat gegen das Vorhaben. Was pikant ist, weil der Bergener Bürgermeister Rainer Prokop ebenfalls der CDU angehört. Er steht nun aber konträr zu seiner Partei: „Ich werde nicht für ein Ende des Projekts stimmen.“

Mittwoch sollte die entscheidende Sitzung stattfinden. Doch sie wurde abgesetzt, weil Prokop mit der Berliner Volkssolidarität, einem noch zu DDR-Zeiten gegründeten Wohlfahrtsverband, einen möglichen Betreiber und Investor für die Begegnungsstätte aus dem Hut gezaubert hat, der erst einmal ein Plan vorlegen soll. Der Rat wird also nicht vor Mitte November abstimmen.

Aufstand an der falschen Stelle?

Das Hin und Her in Bergen erklärt aber immer noch nicht, wieso der Stadtrat erst in Berlin die Förderung beantragt hat, um jetzt plötzlich mehrheitlich dagegen zu sein. Wer sich in diesem Punkt auf die Suche nach Begründungen macht, dem wird hinter vorgehaltener Hand viel über die CDU in Bergen in den Zeiten vor der letzten Kommunalwahl 2016 erzählt. Etwa, dass sie zu allem Ja und Amen gesagt habe, was aus dem Prokop-Rathaus kam. Sogar das böse Wort von den „Erfüllungsgehilfen“ fällt. Die neue CDU-Fraktion aber habe deutlich mehr Selbstbewusstsein und leiste sich eine eigene Meinung. Und jetzt probe sie eben den Aufstand.

Nur tue sie das, sagen kritische Stimmen, mit der Begegnungsstätte vielleicht an der falschen Stelle.

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