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Der Norden Polizei hat neuen Messenger für interne Kommunikation
Nachrichten Der Norden Polizei hat neuen Messenger für interne Kommunikation
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00:36 06.05.2018
„Ein bundesweit einmaliges Projekt“: Innenminister Boris Pistorius (SPD) führt die neue App vor – mit den Polizeibeamten Thilo Markwirth, Eva Krügener und Florian Matzke (von links).    Quelle: dpa
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Hannover

Ein Bild, ein kurzer Text dazu, auf Senden drücken – schon können alle Polizisten in Niedersachsen nach einem vermissten Kind suchen. Oder nach einem Verbrecher fahnden. Innenminister Boris Pistorius (SPD) will die Kommunikation bei der Polizei verbessern. Über einen neuen Messengerdienst sollen Polizisten künftig mit Handys Textnachrichten sowie Audio- und Videoaufnahmen mit Kollegen austauschen können – auch auf privaten Geräten.

Pistorius sprach am Donnerstag in Hannover von einem „bundesweit einmaligen Projekt“, mit dem eine Kommunikationslücke bei der Polizei geschlossen werde. So könne nun beispielsweise ein Foto ohne großen Zeitverzug auch an Polizisten verschickt werden, die bisher noch kein dienstliches Smartphone oder Tablet hätten. Geschätzte Kosten: 40.000 Euro monatlich.

„Niemand kann mitlesen“

Das Programm mit dem Namen „Niedersachsen Messenger“ (NIMes) läuft getrennt vom Betriebssystem und anderen Apps. Damit soll es gegen illegale Zugriffe von außen geschützt werden. „Es kann niemand mitlesen – außer Absender und Empfängern“, sagte Pistorius. „Die Daten liegen bei der Landesverwaltung, nicht bei einem Fremdanbieter“, erklärte Marco Trumtrar von der Polizeidirektion Hannover. Zur Aktivierung sei ein Kennwort und ein Pincode nötig.

Der Messenger-Dienst soll zunächst in einem Pilotprojekt bei den Polizeiinspektionen Celle und Hannover-Mitte sowie bei der Zentralen Polizeidirektion in Hannover eingesetzt werden. Laut Trumtrar haben sich bisher etwa 850 der rund 4000 Polizeibeamten in den Dienststellen angemeldet. Bei erfolgreichem Verlauf könnten auch andere Mitarbeiter der Landesverwaltung die App nutzen.

Bei NIMes handelt es sich um ein speziell für die Landespolizei entwickeltes Programm, mit dem Textnachrichten aber auch Ton- und Bildmaterial innerhalb bestimmter Nutzergruppen übermittelt werden können – ähnlich wie bei Whatsapp oder Threema. Nur viel sicherer, sagt Pistorius. Entwickelt wurde der Messenger von Heinekingmedia in Hannover, das wie die HAZ zur Madsack Mediengruppe gehört. NIMes ist eine Variation der Messenger-App Stashcat, die Heinekingmedia für Unternehmen und Behörden konzipiert hat.

„Das, was wir alle privat schon etwas länger als Standard auf dem Smartphone haben, gibt es jetzt auch für die außergewöhnlichen Bedürfnisse und hohen Anforderungen der Polizei“, sagte Pistorius. Er betonte, dass die Teilnahme für die Beamten freiwillig sei.

Es gibt aber auch Kritik an NIMes. Die niedersächsische Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel sieht in der Nutzung des Polizeimessengers einen eklatanten Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Durch die Nutzung von privaten Mobiltelefonen könnten „erhebliche Sicherheitslücken“ entstehen, sagte ihr Sprecher Jens Thurow der HAZ. Dienstvorgesetzte hätten keine Möglichkeit, „im Verdachtsfall auf die Inhalte der Kommunikation zuzugreifen und diese auf rechtswidrige Inhalte zu prüfen“.

1000 neue Smartphones

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte, dass NIMes gegenüber anderen Messengern eine größere Sicherheit beim Umgang mit sensiblen Daten biete, forderte aber eine genaue Überprüfung von möglichen datenschutzrechtlichen Problemen in der dreimonatigen Pilotphase. Alle Polizisten sollten mit Diensthandys ausgestattet werden, „um die Trennung von Arbeit und Freizeit zu bewahren“, erklärte GdP-Landeschef Dietmar Schilff.

Laut Pistorius werden mit der Einführung des neuen Polizeimessengers rund 1000 weitere Smartphones an die Einsatzkräfte ausgegeben. Landesweit stünden der Polizei damit rund 2000 Tablets und Smartphones zur Verfügung.

Der neue niedersächsische Polizeimessenger NIMes arbeitet mit sogenannter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (englisch: „end-to-end encryption“). Darunter versteht man die Verschlüsselung übertragener Daten über alle Übertragungsstationen hinweg. Nur die Kommunikationspartner (die jeweiligen Endpunkte der Kommunikation) können die Nachricht entschlüsseln. Theoretisch verhindert diese Verschlüsselungstechnik das Abhören der Nachricht durch alle anderen, inklusive der Telekommunikationsanbieter, Internet-Provider und sogar der Anbieter der genutzten Kommunikationsdienste. Bei NIMes können laut Innenministerium keine Bilder an Dritte verschickt und keine Texte kopiert werden. Die Daten werden nach sieben Tagen automatisch gelöscht, auf dem Polizeiserver nach 28 Tagen.

Von Marco Seng

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