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Der Norden Peine nimmt Abschied von in Ägypten erstochener Frau
Nachrichten Der Norden Peine nimmt Abschied von in Ägypten erstochener Frau
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18:47 28.07.2017
Am Strand dieses Hotels wurden die Frauen aus Peine erstochen: Quelle: dpa
Peine

Blaue Tücher, Sand, Muscheln, Treibholz, Kerzen und Seegras erinnerten im Altarraum der Münstedter Kirche an den Ort, an dem die leidenschaftliche Hobby-Taucherin vor zwei Wochen von einem Attentäter erstochen wurde. 

Zur Trauerandacht versammelten sich mehr als 380 Menschen in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche. Die Urne trug das aufgesprühte Bild eines Tauchers und stand vor dem Altar inmitten einer aufgebauten Strandszenerie. Als die Kirchenglocken aufhörten zu läuten, erklang von der Orgel ein „Ave Maria“. Viele Menschen rangen unter Tränen um Fassung.

Pastorin Marion Schmager sagte in ihrer Predigt, die Einschläge unberechenbarer Gewalt kämen bedrohlich nahe. „Nichts und niemand kann uns doch auf so etwas vorbereiten.“ Ein Gefühl tiefer Verunsicherung greife um sich. Die evangelische Theologin rief aber auch dazu auf, sich nicht von der Angst vereinnahmen zu lassen oder auf falsche Sicherheiten zu setzen. Dies vermehre am Ende nur das Misstrauen und mache die Lebensangst übergroß. Eine gewisse Unsicherheit gehöre zum Leben.

Der Attentäter, ein 28-jähriger Student, war am 14. Juli auf den Strand zugeschwommen. Mit einem Messer stach er auf mehrere Badegäste ein. Neben den beiden Todesopfern aus Niedersachsen starb am Donnerstag eine von vier weiteren Verletzten, eine Touristin aus Tschechien. Der Täter konnte noch vor Ort überwältigt und festgenommen werden. Nach Medienberichten, die sich auf Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen berufen, soll die Tat von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Auftrag gegeben worden sein. Für das zweite Opfer, eine 56-jährige Frau aus Edemissen bei Peine, wird es nach Angaben des Kirchenkreises am Montag einen Abschiedsgottesdienst geben.

Während des Gottesdienstes in Münstedt wurden über Lautsprecher Lieder eingespielt, die Ingrid M. selbst gerne hörte. So erfüllte unter anderem eine moderne Version von Leonhard Cohens „Hallelujah“ den Kirchenraum. Neben der Urne und einem Herz aus hellen Rosen stand ein gerahmtes Foto, das Ingrid M. als eine blonde Frau mit strahlendem Lächeln zeigte. Die frühere Eigentümerin eines Friseur-Salons sei von vielen als ein furchtloser von Lebensfreude und Lebensmut erfüllter Mensch beschrieben worden, sagte die Pastorin.

Auch das Liedheft erinnerte an den Ort, an dem Ingrid M. getötet wurde. Es zeigte eine Strandidylle mit türkisfarbenen Wasser. Ein Foto, das Ingrid M. selbst in ihrer zweiten Heimat Ägypten gemacht hatte. Das gemeinsame Lied „Wie sollen wir es fassen, was nicht zu fassen ist?“ kam nur wenigen Trauergästen über die Lippen.

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