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Der Norden Pazifische Auster verändert das Wattenmeer
Nachrichten Der Norden Pazifische Auster verändert das Wattenmeer
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18:41 12.11.2017
Im Wattenmeer heimisch geworden: die pazifische Auster. Quelle: dpa
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Husum

Einen Schönheitswettbewerb wird die Pazifische Auster nie gewinnen: Mit scharfkantigen Auswüchsen und unsymmetrischen Beulen erinnert ihre harte Schale eher an einen groben Steinbrocken. „Oft wachsen sie auch zu Klumpen zusammen - 10, 15 Stück auf einem Haufen“, sagt Mirco Naumann. Bewaffnet mit Hammer, Schraubenzieher und dicken Arbeitshandschuhen geht der Rheinländer einmal im Jahr ins Watt zum Austernsammeln. Das Urlaubs-„Ritual“ hat er von seinen Eltern übernommen. Sie hatten vor 30 Jahren Miesmuscheln gesammelt; damals gab es noch keine Pazifischen Austern im Wattenmeer.

Crassostrea gigas - so der wissenschaftliche Name der Muschel - kommt ursprünglich aus dem Nordpazifik. Sie ist mit einer Schalenlänge von bis zu 30 Zentimetern relativ groß. Austernzüchter brachten sie 1985 erstmals in der Blidselbucht bei List auf Sylt in Drahtkörben aus, erzählt Christof Goetze von der Schutzstation Wattenmeer. Damals glaubte man noch, das relativ kalte Wasser an der Nordseeküste reiche nur zum Wachsen, nicht aber zur Vermehrung der Pazifikauster. Um Eier bilden zu können, braucht sie Temperaturen von mindestens 22 Grad. Auf Grund des Klimawandels können die Wassertemperaturen im flachen Wattenmeer jedoch so hoch steigen: „Erstmals sind in den warmen Sommern 1990 und 1994 Sylter Zuchtaustern geschlechtsreif geworden und haben zu einer Ansiedlung von Pazifikaustern im Watt geführt“, erklärt Goetze.

Austern können ihr Geschlecht mehrmals wechseln. Jüngere oder nicht so gut genährte sind meist Männchen, berichten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in der Zeitschrift „Naturwissenschaftliche Rundschau“ (63. Jahrgang, Heft 6, 2010): „Die großen und gut genährten sind in der Regel Weibchen.“ Sie legen Millionen Eier, die sich zu winzigen Wimperlarven entwickeln. Wenn sie nach längerem Herumtreiben eine feste Unterlage finden, kitten sich die Larven mit ihrer Kalkdrüse fest, und wachsen zu einer Auster heran. Im Wattenmeer setzten sie sich besonders auf Miesmuscheln fest und verwandelten Muschelbänke in Austernriffs, schilderten die AWI-Biologen.

Naturschützer befürchteten lange Zeit, dass damit das Aus für die Miesmuschel im Wattenmeer eingeläutet wurde. Neuere Forschungen des Alfred-Wegener-Instituts ergaben jedoch, dass die Miesmuschel aus der Not eine Tugend macht: Sie siedelt zwischen beziehungsweise unter den großen Austern. Dort ist sie wesentlich besser vor Fressfeinden wie Möwen und Eiderenten geschützt. Das ist gut für die Miesmuschel, schlecht aber für Vögel wie die Eiderente. Sie ernährt sich von Miesmuscheln, kann Austern aber wegen der dicken und sperrigen Schale nicht verzehren.

Mirco Naumann hat es da besser. Er darf ganz legal mit einem gültigen Fischereischein in der Tasche täglich einen Zehn-Liter-Eimer Austern für seinen persönlichen Verzehr sammeln, erläutert Jana Ohlhoff vom Kieler Umweltministerium.

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