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Der Norden Ärztekammer will Staatsexamen für ausländische Ärzte
Nachrichten Der Norden Ärztekammer will Staatsexamen für ausländische Ärzte
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15:21 06.05.2018
Wir reden hier über Patientensicherheit und Patientenschutz, da lasse ich keine Abstriche zu“, sagte Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hannover

 Die Anerkennung der Abschlüsse von Medizinern aus Nicht-EU-Ländern sollte aus Sicht von Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker so schnell wie möglich reformiert werden. „Wir reden hier über Patientensicherheit und Patientenschutz, da lasse ich keine Abstriche zu“, sagte Wenker, die auch Vizepräsidentin der Bundesärztekammer ist, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir fordern eine theoretische und praktische Prüfung analog zum zweiten und dritten Teil des Staatsexamens.“ Beim 121. Deutschen Ärztetag in Erfurt steht am Dienstag ein entsprechender Antrag des Vorstands der Bundesärztekammer auf der Tagesordnung.

Bisher sind die Approbationsbehörden der Bundesländer für die Zulassung von Ärzten aus Nicht-EU-Ländern zuständig. Beim derzeitigen Verfahren seien die Echtheit vorgelegter Diplome und Zeugnisse und ihre Beweiskraft vielfach nicht abschließend zu bestimmen, heißt es in dem Antrag.

Dennoch werde überwiegend allein nach Papierform über die Zulassung entschieden, kritisierte Wenker. „Das ist ein echter Anerkennungstourismus inzwischen.“ Manche ausländischen Ärzte reichten mithilfe von Agenturen ihre Papiere gleich in mehreren Bundesländern ein.

Der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (Nizza) sei zu schwerfällig, sagte der Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Helge Engelke. Die Prüfung dauere zu lange. Grundsätzlich sei es richtig, auf die Qualität der Ärzte zu achten. Allerdings dürfe mit dem deutschen Staatsexamen keine zusätzliche Hürde für ausländische Ärzte eingebaut werden. „Es ist hinterfragenswürdig, wenn jemand, der schon 20 Jahre Chefarzt in Dubai gewesen ist, hier noch einmal die Schulbank drücken soll.“

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund befürwortet dagegen die Forderung der Ärztekammer. Landeschef Martin Wollenberg sagte: „Das bundesweit einheitliche Staatsexamen ist ein bewährter Prüfungsstandard. Dass diejenigen, die von außerhalb der EU kommen, sich dieser Prüfung stellen, soll der Sicherstellung des hohen Standards bei der Patientenversorgung in Deutschland dienen.“

Bundesweit hat sich die Zahl der ausländischen Ärzte binnen sieben Jahren mehr als verdoppelt. 2016 zählte die Bundesärztekammer 41.658 berufstätige ausländische Ärzte. Wer innerhalb der EU ein Medizinstudium absolviert hat oder als Arzt anerkannt wurde, bekommt die Approbation in Deutschland automatisch.

Im Kampf gegen den Ärztemangel fordert die Bundesärztekammer mindestens 1000 neue Medizinstudienplätze. Seit der Wiedervereinigung hat sich die Zahl der Medizinstudienplätze nach Angaben der niedersächsischen Ärztekammer bundesweit von 16.000 auf 9000 verringert. Auf diese 9000 Plätze im Wintersemester 2014/2015 kamen 43.000 Bewerber.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) will in den kommenden Jahren landesweit 200 zusätzliche Medizinstudienplätze schaffen. Studierende der Universitätsmedizin Göttingen, die bisher nur einen Teilstudienplatz für die ersten zwei Jahre erhielten, sollen künftig den klinischen Teil ihrer Ausbildung am Klinikum Braunschweig absolvieren. „Ich kann mir ähnliche Kooperationsmodelle auch für Osnabrück oder Oldenburg vorstellen“, sagte Wenker.

Von jos/dpa

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