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Der Norden EU-Vorstoß gegen Einweggeschirr kommt in Niedersachsen gut an
Nachrichten Der Norden EU-Vorstoß gegen Einweggeschirr kommt in Niedersachsen gut an
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00:38 31.05.2018
Deutschland, Hannover 02.05.2018 Juan Hassan (30) Istanbul Kebap Plastikmüll in Hannover. Foto: Villegas Quelle: Villegas
Hannover

Die EU will Einweggeschirr, Trinkhalme, Wattestäbchen und Ballonhalter aus Plastik verbannen. Die EU-Kommission hat am Montag ihren Vorschlag für eine Richtlinie gegen Kunststoffmüll vorgestellt: Demnach sollen die Mitgliedsstaaten auch die Mehrwegquote bei Getränkeverpackungen deutlich erhöhen und andere Wegwerfartikel massiv zurückdrängen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) signalisierte Zustimmung zur geplanten Richtlinie, die noch mit den EU-Staaten und dem Europäischen Parlament verhandelt werden muss. „Wo man Plastik heute schon gut ersetzen kann, sollte man es schrittweise aus dem Verkehr nehmen“, sagte sie. Auch niedersächsische Politiker und Umweltverbände lobten den Brüsseler Vorstoß. „Die Reduzierung von Einwegplastik ist sinnvoll, wenn es ökologisch vertretbare und sinnvolle Alternativen gibt “, sagte Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) der HAZ Er appellierte an die Verbraucher, schon jetzt etwa auf Plastiktüten, Kaffeekapseln und Einweg-Kaffeebecher zu verzichten.

Die Kommission verweist auf die hohe Belastung der Weltmeere mit Abfällen. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik; vieles finde sich in den Mägen von Meerestieren und auch in der Nahrungskette des Menschen wieder.

Einen hohen Kunststoffanteil bestätigen auch Müllanalysen des Projektes „Fishing for Litter“, das vom Land Niedersachsen seit 2013 mit dem Naturschutzbund Nabu entwickelt wurde. Dabei können Fischer Müll, der sich in ihren Netzen verfängt, kostenlos abgeben; nach Angaben eines Nabu-Sprechers kommen so pro Jahr in den Häfen mehr als 30 Tonnen Müll zusammen. Der frühere niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) bezeichnete den EU-Vorstoß als gute Fortentwicklung solcher Initiativen: „Wir müssen auch in Zukunft über die Grenzen hinweg denken.“

Die niedersächsische FDP-Europaabgeordnete Gesine Meißner begrüßte besonders die schärferen Vorgaben für Recycling und Mehrwegsysteme. „Plastik hat unseren Alltag erleichtert, allerdings mit verheerenden Folgen“, meinte sie. Allein der Plastikteppich im Pazifik sei so groß wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und die Benelux-Länder zusammen: „Da müssen wir dringend etwas tun.“ Auch das Umweltbundesamt unterstützt den Vorschlag der Kommission. Es gebe ausreichend Alternativen – etwa Wattestäbchen mit Holz, Einweggeschirr aus Papier und Strohhalme aus Metall.

Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe warnte davor, Kunststoffprodukte aus Rohöl durch sogenanntes Bioplastik zu ersetzen, etwa aus Zuckerrohr oder Mais. Dieses würden zu Unrecht als biologisch abbaubar beworben. „Das gilt nur im Labor“, sagte er. „Ein Vogel verendet an einer Bioplastiktüte genauso.“ Wichtig seien ein funktionierendes Pfandsystem und konsequentes Recycling.

Leitartikel

Von Gabriele Schulte

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