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Der Norden Bahn verschweigt das günstige Niedersachsen-Ticket
Nachrichten Der Norden Bahn verschweigt das günstige Niedersachsen-Ticket
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00:30 06.04.2018
106 statt 27 Euro: Die vielen Haltestellen von Bussen und U-Bahnen werden vom Buchungssystem der Bahn für das Niedersachsen-Ticket nicht erfasst. Quelle: Foto: dpa
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Bremen/Hannover

Einmal im Regionalexpress von Hannover nach Bremen und am selben Tag zurück: Macht genau 23 Euro. So viel kostet ein Niedersachsen-Ticket, mit dem man montags bis freitags ab neun Uhr einen Tag lang beliebig viele Regionalzüge in Niedersachsen, Bremen und Hamburg nutzen kann. Reisen mehrere Menschen gemeinsam, wird es pro Person noch deutlich billiger: Zwei zahlen zusammen 27 Euro, fünf insgesamt 39 Euro und damit nur 7,80 Euro pro Person. Der Pauschaltarif gilt nicht nur für Züge, sondern auch für etliche Busverbindungen, für U-Bahnlinien und Straßenbahnen. Wer also seinen Bremen-Ausflug etwa um eine Busfahrt ins benachbarte Künstlerdorf Worpswede erweitern will, muss dafür nichts extra zahlen; das Länderticket reicht. Doch die Deutsche Bahn will davon bei der Fahrkartensuche im Internet nichts wissen. 

Teure Einzelfahrkarten

Die Smartphone-App DB-Navigator und das Onlineportal der Deutschen Bahn verschweigen das günstige Angebot. Wer dort nach einer Verbindung Hannover - Worpswede sucht, bekommt nur teure Einzelfahrkarten nach dem sogenannten Niedersachsentarif angeboten, auch wenn ein Niedersachsen-Ticket wesentlich günstiger wäre. Und das ist nicht nur bei dieser Verbindung so. Wie Recherchen der HAZ ergeben haben, bietet die elektronische Fahrplanauskunft das Niedersachsen-Ticket generell nur bei reinen Zugreisen an, nicht aber bei kombinierten Fahrten mit Zug plus Bus oder U-Bahn oder Straßenbahn.

Und das kann teuer werden. Ein Tagesausflug unter der Woche von Hannover nach Worpswede kostet dann plötzlich 53,20 Euro statt 23 Euro. Wer mit Begleitung fährt, zahlt besonders viel drauf: Für zwei Hin- und Rückfahrkarten sind schon 106,40 Euro fällig statt der 27 Euro für das Niedersachsen-Ticket für zwei Personen.

Nebenbei führt das System auch noch auf, dass es sich bei den vorgeschlagenen Einzeltickets um einen Teilpreis handele, nämlich nur für den Regionalzug nach Bremen – als ob für den Worpswede-Bus noch zusätzliche Fahrkarten gekauft werden müssten.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn verteidigt diese irreführenden Angaben damit, dass es „aufgrund großer, sich ständig ändernder Datenmengen insbesondere bei Buslinien“ bisher nicht möglich sei, bei der Verbindungssuche das Niedersachsen-Ticket auch jenseits von reinen Zugverbindungen mit anzubieten. Das klingt so, als ob die Deutsche Bahn den hohen Aufwand scheut, auch die vielen Haltestellen von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen in ihr Tarifberechnungssystem mit einzubauen. Aber die Bahnsprecherin macht den Kunden etwas Hoffnung: „Wir sind im Gespräch mit allen Beteiligten, um eine zufriedenstellende Lösung zu finden.“

Angebot gut versteckt

Bis dahin bleibt nur der Rat: Wer sich mit Ländertickets wie dem Niedersachsen-Ticket auskennt, sollte sich nicht auf die womöglich überteuerten Angebote der elektronischen Fahrplanauskunft verlassen, sondern lieber gleich ein „Niedersachsen-Ticket“ buchen. Das geht auch online bei der Deutschen Bahn – allerdings ist das Angebot dort in der Rubrik „Regionale Angebote“ versteckt.

Von Eckhard Stengel

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