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Der Norden Immer mehr Schrotträder blockieren Stellplätze
Nachrichten Der Norden Immer mehr Schrotträder blockieren Stellplätze
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06:46 25.05.2018
Dieses Schrottrad blockiert in Hannover einen Stellplatz an einem Fahrradbügel. Irgendwann wird der Abfallentsorgungsbetrieb aha es entfernen müssen. Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Fahrradfahren ist gesund und schont die Umwelt. Doch vielen vergeht die Freude am Rad, wenn sie einen Stellplatz suchen müssen. „Häufig fehlen in der Nähe von Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen sichere Fahrradstellplätze“, sagt Nadine Danowski vom Niedersächsischen Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Wie der ADFC beklagt, verfügen Städte und Gemeinden oftmals über zu wenige Plätze. Pendler stellen ihre Räder daher häufig ungesichert neben die vollen Stellplätze. Und das zieht auch Diebe an.

Die Stadt Göttingen hat in den vergangenen Jahren rund 1000 zusätzliche Stellplätze geschaffen. Insgesamt seien es nun fast 4000 Plätze, sagt Stadtsprecher Dominik Kimyon. Das reiche aber nicht, findet Klaus Reinsch vom ADFC Kreisverband Göttingen. In der Innenstadt gebe es zudem weder überdachte noch abschließbare Plätze.

Am Osnabrücker Hauptbahnhof gab es 2010 insgesamt 444 Plätze, 2016 waren es 712. Monika Nestmann von der Stadt sagt: „In der City werden sukzessive an den zuführenden Straßen zur Hauptfußgängerzone Bügel ergänzt.“ Auch gebe es mehr abschließbare Anlagen und Radboxen.

In der Bremer Altstadt können Radler ein Fahrradparkhaus mit insgesamt 90 Plätzen ansteuern - 42 Fahrradboxen, sechs Plätze für Lastenräder oder Fahrradanhänger, eine Werkzeugstation, Schließfächer und Lademöglichkeiten für E-Bikes. Hannah Simon vom Bremer ADFC-Landesverband sieht aber noch mehr Bedarf für sichere, abschließbare Abstellmöglichkeiten - besonders an zentralen Punkten.

Danowski vom ADFC sagt: „Im Vergleich zu anderen Maßnahmen ist das Aufstellen von Bügeln eine günstige Möglichkeit, Radfahrende glücklich zu stimmen.“ Auf einen Platz der Größe eines PKWs passen acht bis zehn Fahrräder. Sie beklagt jedoch, dass die Kommunen bei ihren Stellplätzen oft auf Videoüberwachung und Überdachung verzichten. „Eine Überdachung ist wichtig, denn die Fahrräder stehen häufig viele Stunden dort“, sagt auch der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen, Edwin Süselbeck.

An vielen Schulen und Supermärkten gibt es noch die als „Felgenkiller“ bekannten Vorderradklemmen, die Fahrräder nach Expertenmeinung nicht so gut vor Dieben schützen. „Eigentlich sollte so was nicht mehr gebaut werden“, meint Süselbeck. „Viele Reifen passen da nicht mehr rein, außerdem sind sie häufig zu eng.“

An einigen kleineren Bahn-Stationen in Niedersachsen wurden in den letzten Jahren Fahrradkäfige installiert, die nur mit Schlüssel oder Karte zugänglich sind. Manche bieten als zusätzlichen Service Schließfächer oder E-Bike-Tankstellen.

Schrotträder verschärfen die Stellplatznot - und halten Entsorgungsbetriebe auf Trab. „Mitarbeiter von uns sichten regelmäßig hoch frequentierte Plätze mit Fahrradbügeln“, sagt die Sprecherin der Bremer Stadtreinigung, Antje von Horn. „Außerdem melden uns Bürger über unsere Servicetelefonnummer regelmäßig Schrotträder.“ Die fahruntüchtigen Räder bekommen eine Banderole und eine vierwöchige Entfernungsfrist. Pro Jahr sammeln die Bremer rund 500 abgerockte Drahtesel ein, Tendenz steigend. „Die Sammlung wird über die Abfallgebühr finanziert“, sagt von Horn. Die Schrotträderentfernung kostet Bremen rund 50.000 Euro pro Jahr.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover hat laut seinem Sprecher Stefan Altmeyer allein im April dieses Jahres 80 Fahrräder hinter dem Hauptbahnhof Hannover entfernt. Er betont: „Der Erlös aus dem Verkauf des Schrotts steht in keinem Verhältnis zu den Kosten, die durch die Beseitigung der Schrotträder entstehen.“

Von lni

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