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Der Norden Nach Massenrausch muss Psychotherapeut vor Gericht
Nachrichten Der Norden Nach Massenrausch muss Psychotherapeut vor Gericht
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12:20 29.09.2017
Nach dem missglückten Experiment mussten 2015 viele Heilpraktiker in Handeloh behandelt werden. Quelle: dpa/Archiv
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Handeloh

Der Prozess vor dem Landgericht Stade solle am 2. November beginnen, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Dem Angeklagten wird Drogenbesitz und Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch vorgeworfen.

Die 27 Teilnehmer des Seminars in Handeloh waren am 4. September 2015 mit Wahnvorstellungen, Krämpfen und Herzrasen in verschiedene Kliniken gebracht worden. Grund war ein thearpeutisches Drogenexperiment bei dem Heilpraktiker-Seminar. Anschließend war ein Großeinsatz von Rettungskräften in dem kleinen Ort im nördlichen Niedersachsen notwendig.

Dem 52 Jahre alten Angeklagten wird nach Angaben der Sprecherin vorgeworfen, als Veranstalter an die Seminarteilnehmer verschiedene Betäubungsmittel verteilt zu haben. So sollte im Rahmen einer äußerst umstrittenen Therapieform, der sogenannten Psycholyse, eine Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er Diplom-Psychologe und Psychotherapeut.

Ein Drogenexperiment soll es gewesen sein, möglicherweise sogar mit Sekten-Hintergrund. Es solle um „persönliche Selbsterfahrung“ und die „Förderung der Bewusstseinsentwicklung“ im Rahmen einer Psycholyse gegangen sein, hieß es in dem Zusammenhang von der Staatsanwaltschaft Stade im vergangenen Dezember. „Das ist nicht Teil des juristischen Untersuchungsgegenstandes“, sagte dazu Verteidiger Rüdiger Deckers im August. Bei einer Verurteilung drohe außer einer Haftstrafe auch ein Berufsverbot, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Massenrausch sei möglicherweise auf einen gefährlichen Drogenmix zurückzuführen, hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Demnach könnten außer dem Halluzinogen 2C-E auch die beigemischte psychoaktive Substanz DragonFly konsumiert worden sein. Bei Überdosierung könne DragonFly zu Komplikationen bis hin zum Tod führen, hieß es in dem Bericht. „Es sollen 270 Milligramm 2C-E an die Teilnehmer verteilt worden sein“, sagte ein Sprecher des Landgerichts Stade damals dazu. „In einer nicht bekannten Menge soll laut Anklage auch DragonFly zur Verteilung gekommen sein.“

Beschuldigt wurde zunächst auch eine Heilpraktikerin aus Aachen, die Ehefrau des Angeklagten. Das Verfahren gegen die 48-Jährige sei aber gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden, sagte die Gerichtssprecherin am Freitag. Die Kammer habe bei ihr zuvor nur den Anklagevorwurf des Überlassens zugelassen. Bis zum 6. Dezember hat das Gericht insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Ermittlungsverfahren gegen die Teilnehmer waren nach und nach eingestellt worden.

lni/r

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