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Der Norden Nach „Friederike“: Lebensgefahr in Harzer Wäldern
Nachrichten Der Norden Nach „Friederike“: Lebensgefahr in Harzer Wäldern
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16:34 19.01.2018
Umgestürzte Fichten liegen nach dem Sturm im Oberharz auf der Bundesstraße 4.  Quelle: dpa
Clausthal-Zellerfeld

  „Wer jetzt in die Wälder geht, begibt sich in Lebensgefahr. Ich kann nur dringend davor warnen“, sagt Dietmar Sohns. Der Dezernent der Niedersächsischen Landesforsten steht am Freitagmittag im dichten Nebel an der gesperrten Straße zwischen Clausthal-Zellerfeld und Torfhaus und beobachtet, wie Arbeiter mit schwerem Gerät eine schräg stehende Fichte umlegen, bevor sie auf die Fahrbahn stürzen kann. Überall im Harz haben die orkanartigen Böen von Sturm „Friederike“ Bäume entwurzelt und umgeworfen. Viele andere Bäume sind angebrochen und können jetzt jederzeit umfallen.

Der verheerende Orkan "Friederike" hat in Deutschland Schäden von einer halbe Milliarde Euro angerichtet. Das geht aus ersten Schätzungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Der GDV hat dabei die versicherten Schäden zusammengerechnet. Mindestens acht Menschen verloren in dem Sturm ihr Leben.

„Wir versuchen uns gerade einen Überblick über die Schäden in den Wäldern zu verschaffen“, berichtet Dirk Gronowski. „Wie lange das dauern wird, ist aber unklar“, sagt der Nationalpark-Ranger, der mit seinem Kollegen in der Nähe von Königskrug unterwegs ist. Das Problem: „Wir kommen nicht überall durch, weil auf den meisten Waldwegen umgekippte Bäume liegen. Auch der hohe Schnee behindert“, sagt der Ranger. „Eine genaue Schadensaufnahme wäre zur Zeit wohl nur aus der Luft möglich.“ 

„Die Bäume knicken um wie Streichhölzer“

Was „Friederike“ in den Harzer Wäldern angerichtet hat, lässt sich allerdings erahnen, wenn man bei Torfhaus die Bundesstraße 4 entlang fährt. Die Straße selbst ist zwar wieder frei, weil die Feuerwehr die auf die Fahrbahn gekippt Stämme beseitigt hat. Doch rechts und links liegen überall umgeworfene Fichten. An manchen Stellen sind hektargroße Areale entwurzelt. 

„Die Bäume knicken um wie Streichhölzer“, hatte ein Polizeisprecher berichtet. Wegen der großen Gefahr hatten die Einsatzkräfte vorübergehend alle Zufahrtsstraßen in den Oberharz gesperrt. Auf der am Freitag weiterhin gesperrten B 241 zwischen Torfhaus und Clausthal-Zellerfeld waren Autofahrer vorübergehend zwischen gekippten Bäumen eingesperrt. 

Auch innerorts seien am Donnerstag im Oberharz Hunderte von Bäumen umgestürzt, berichtet Maximilian Strache vom Landkreis Goslar. In Braunlage demolierte ein stürzender Stamm ein Feuerwehrauto, während die Einsatzkräfte andere Stämme von der Straße zogen. 

Schwer getroffen hat es in Braunlage auch die Wurmberg-Seilbahn. An vielen Stellen zwischen Tal- und Mittelstation liegen am Freitag noch umgekippte Stämme auf den Seilen. „Bis wir das wieder in Ordnung gebracht haben, wird es Tage dauern“, sagt Seilbahn-Chef Dirk Nüsse. Auch die Straßenzufahrt zum Wurmberg hat es getroffen. Dort wurden die umgeworfenen Bäume allerdings schon zur Seite gezogen, so dass der Weg zum neuen Skigebiet passierbar ist. 

 „Es wird wohl Wochen dauern“

„Das Gebiet lag zum Glück im Sturmschatten“, sagt Dirk Nüsse. „Hier ist kaum ein Baum umgekippt.“ Auch deshalb hat ein erster Lift am Vormittag den Betrieb wieder aufnehmen können. Ein paar Skifahrer nutzen den Neuschnee. Zum Wochenende sollen auch die anderen Lifte wieder fahren. 

„Auch in den anderen Harzer Skigebieten laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren“, sagt Christin Wohlgemut vom Tourismusverband HTV. Viele Anlagen sollen zum Wochenende in Betrieb wieder aufnehmen. 

Die vorwiegend auf dem Gebiet des Nationalparks gelegenen Langlauf-Loipen dagegen bleiben vorerst gesperrt. „Es besteht die Gefahr durch abbrechende Äste und umstürzende Bäume“, sagt Nationalparksprecher Knolle. Wie lange es dauern werde, die Wege freizuräumen und die angebrochenen Stämme zu beseitigen, sei unklar. 

Ähnlich ist die Lage in den Wäldern der Landesforsten. Priorität habe dort, die Wege zu abgelegenen Gebäuden frei zu machen, sagt Sprecher Michael Rudolph. Das sei nicht einfach. Denn die Fahrbahnen seien wegen der vielen Niederschläge in den vergangenen Wochen tief und aufgeweicht. „Es wird wohl Wochen dauern, bis alle Wege in den Wäldern wieder offen sind“, sagte Rudolph. Solange werden die Förster wohl auch brauchen, um das gesamte Ausmaß der durch „Friederike“ im Harz angerichteten Schäden festzustellen.

Von dpa

Im Mai vergangenen Jahres hat eine 14-Jährige aus Varel ihre Mutter getötet. Das Landgericht Oldenburg verurteilte die Angeklagte am Freitag  zu acht Jahren Haft wegen Totschlags.

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