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Der Norden Mittelalterliche Fake News: Kirche vertagt Jubiläum
Nachrichten Der Norden Mittelalterliche Fake News: Kirche vertagt Jubiläum
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06:00 03.03.2017
Kirchenvorstand Hermann-Josef Niehoff (v. li.), Pfarrer Stephan Schwegmann und Ludger Mönch-Tegeder. Quelle: Heinz Krüssel
Emsbüren

Das ist ein dolles Ding für die katholische Kirchengemeinde Emsbüren: Seit ewigen Zeiten dachte man wegen einer mittelalterlichen Urkunde, die Gemeinde habe schon im Jahr 819 bestanden. Nun gibt es Zweifel, die Jubiläumsfeier wird vertagt.

Eigentlich wollten sie in zwei Jahren voller Stolz den 1200. Jahrestag der offiziellen Ersterwähnung feiern. Nun hat sich aber herausgestellt, dass das mittelalterliche Dokument, auf das sich dieses Jubiläum bezieht und das die Jahreszahl 819 nennt, falsch ist - sozusagen ärgerliche Fake-News aus dem frühen Mittelalter. Es sei der sehr seltene Fall einer Totalfälschung, sagte Georg Wilhelm vom Osnabrücker Diözesanarchiv am Donnerstag.

Jubiläumsfeier 2019 fällt aus

Bei der Kirchengemeinde herrsche nun Ernüchterung, sagte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von Emsbüren, Ludger Mönch-Tegeder. Von der geplanten Jubiläumsfeier 2019 habe die Gemeinde Abstand genommen. Jetzt solle 2031 das 850. Jubiläumsjahr gefeiert werden, ergänzte Pfarrer Stephan Schwegmann. Denn aus dem Jahr 1181 gebe es ein Dokument, das Emsbüren erwähne, und das sei unzweifelhaft echt. „Die Leute im Emsland sind sehr mit ihrer Geschichte verbunden“, sagte Schwegmann.

Auch die politische Gemeinde Emsbüren werde die Feier des Gemeindejubiläums nun noch einmal überdenken, sagte Rathaussprecherin Marina Blakemore. Eigentlich hatte sich die Kommune den Feierlichkeiten der Kirchengemeinde anschließen wollen. Seit 2012 gebe es Hinweise aus einer Studie an der Universität Bonn, einem groß angelegten Vergleich hochmittelalterlicher Quellen, dass das fragliche Dokument eine Fälschung sei, sagte Diözesanarchivar Wilhelm. Nach der neuesten Forschung werde nun die Entstehung dieses Dokuments um das Jahr 980 eingeordnet.

Keine Sicherheit

Fälschungen seien bei mittelalterlichen Urkunden nicht ungewöhnlich, sagte Wilhelm. Damals habe die Auffassung bestanden, je älter ein Dokument sei, desto mehr Gewicht habe es in rechtlicher Hinsicht. Hundertprozentige Sicherheit, dass die neue Studie stimme, gebe es nicht. Skeptiker gebe es in der Wissenschaft immer. „Ob das Dokument wirklich echt ist oder nicht, wissen Sie erst, wenn Sie beim lieben Gott sind.“

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