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Der Norden Sport-Betreuer vergehen sich an vier Jungen
Nachrichten Der Norden Sport-Betreuer vergehen sich an vier Jungen
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00:17 30.12.2017
Missbrauchsprozess im Landgericht Hannover: Anwalt Gordian Hablizel und die beiden Angeklagten.  Quelle: Foto: Nagel
Hameln/Hannover

Das Aktenzeichen lautet 34 KLs 11/17. Der Tatort war Hameln. Die Angklagten heißen Steffen W., 35 Jahre alt, geboren in Hildesheim, polizeilich gemeldet in Hameln, und Tobias E., 39 Jahre alt, der aus Wolfenbüttel stammt und in Göttingen gemeldet ist. An ihren Wohnorten sind sie derzeit nicht anzutreffen. Sie sitzen in Untersuchungshaft, seit Juni. Seit Mittwoch wird ihnen der Prozess gemacht. Der Tatvorwurf: schwerer sexueller Missbrauch

Am ersten Verhandlungstag vor der 2. Großen Jugendkammer des Landgerichts Hannover ist nicht viel passiert. Die Anklage wurde verlesen, die Personalien wurden aufgenommen. Steffen W. und Tobias E., beide ledig, der eine Busfahrer, der andere Student, haben angekündigt, dass sie sich zu den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft äußern wollen. Das könnte sich positiv auswirken. Auf sie selbst und auf ihre Opfer.

Ein Gerichtssprecher skizziert, was laut Anklage geschehen ist: Die beiden Männer haben sich in einem Sportverein in Hameln als Trainer und Betreuer der F-Jugend engagiert. So kamen die  ersten Kontakte  zustande. Es wuchs Vertrauen bei Kindern und Eltern, und dann sind die Männer auch mal bei der Betreuung außerhalb des Sportvereins eingesprungen, und zwar in der Wohnung eines der Angeklagten. Vier Kinder hat es getroffen, alles Jungen, zwischen 9 und 12 Jahren alt. 

Zwölf Fälle werden verhandelt

Sie hätten dort Playstation spielen können, hieß es. Aber das war eben nicht alles.  Es kam zu sexuellen Handlungen. Die Staatsanwaltschaft hat für den einen Angeklagten fünf, für den anderen zehn Fälle aufgelistet, also 15, aber drei sollen sie gemeinschaftlich begangen haben, so dass es sich insgesamt um zwölf Fälle handelt, die vor Gericht verhandelt werden.

Die beiden mutmaßlichen Täter haben nicht nur Vertrauen und Körper der Jungen missbraucht. Sie haben das, was sie gemacht haben, obendrein gefilmt oder fotografiert oder beides. Jedenfalls liegen dem Gericht entsprechende Daten vor. 

Rausgekommen ist alles, weil sich einer der Jungen schließlich getraut hat, etwas zu sagen. Er hat es nicht den eigenen Eltern erzählt, aber den Eltern eines der anderen Opfer. So konnte das grausame Treiben gestoppt werden.

Hoffen auf Geständnisse

Für das Verfahren sind noch fünf weitere Verhandlungstage angesetzt worden, der Prozess soll bis zum 19. Februar dauern. Es könnte aber sein, dass es schneller geht: Wenn sich die Angeklagten tatsächlich zu den Vorwürfen äußern und sogar geständig sind, dann bleibt den vier Jungen möglicherweise erspart, vor Gericht aussagen zu müssen. In der Regel wirkt sich das dann auch strafmildernd für die Täter aus.

Zumindest darauf, dass den Kindern die Belastung einer Aussage vor Gericht nicht auch noch zugemutet werden muss, hoffen deren Eltern, die Nebenkläger. „Die Angeklagten haben sich über ihre Opfer keine Gedanken gemacht, und es bleibt abzuwarten, ob sie dies nun mit ihrem Aussageverhalten tun, oder ob es ihnen nur darum geht, eine geringe Strafe zu erhalten“, sagt die Hamelner Rechtsanwältin Anke Blume. Sie ist die Vertreterin der Nebenklage. Die Tatverdächtigen hätten den Kindern Zuneigung vorgeheuchelt und sie mit Vergünstigungen gelockt. Deswegen hätten sich die Opfer gegen die dann folgenden sexuellen Handlungen nicht wehren können. „Die Angeklagten haben jegliches Klischee einer solchen Tätergruppe erfüllt“, sagt die Juristin. Und mutmaßt, dass das möglicherweise nicht zum ersten Mal geschehen ist.

 

Von Bert Strebe und Frank Neitz

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