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Der Norden Brandschutzmängel: Mieter müssen Hochhaus räumen
Nachrichten Der Norden Brandschutzmängel: Mieter müssen Hochhaus räumen
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20:10 06.11.2017
Das Hochhaus in Braunschweig.  Quelle: dpa
Braunschweig

Wegen gravierender Sicherheitsmängel hat die Stadt Braunschweig die Nutzung von zehn Appartements in einem Hochhaus untersagt. „Wir haben bei diesen zehn Appartements keinen Ausweg gesehen“, sagte der Sprecher der Stadt, Adrian Foitzik, am Montagabend zu einem entsprechenden Bericht der „Braunschweiger Zeitung“.

Bei 60 weiteren Appartements bestehe die Möglichkeit, dass sie bei einer Nachrüstung durch den Vermieter vorerst weiter bewohnt werden könnten, sage Foitzik. Unter anderem geht es um die Bereitstellung mobiler Brandmeldeanlagen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Feuerwehr im Ernstfall Platz vor dem Gebäude findet.

Gebäude bis zum Jahresende verlassen

Mit dem Vermieter solle es seitens der Stadt am Dienstag ein Gespräch über den Maßnahmenkatalog geben, kündigte der Sprecher an. Dem Zeitungsbericht zufolge hatte der Vermieter die Bewohner des Hauses aufgefordert, bis zum Jahresende das Gebäude zu verlassen.

Die Stadtverwaltung und die Feuerwehr hatten am 17. Oktober das in den 1970er Jahren eigentlich als Bürogebäude errichtete Hochhaus inspiziert. Diese Überprüfung sei auch eine Reaktion auf den Hochhausbrand in London, sagte Foitzik.

Kein Fluchtweg

In dem Haus seien zusammenhängende Büroeinheiten getrennt und zu möblierten Ein-Zimmer-Appartements umgebaut worden. Diese zehn Appartements grenzen mit ihrer Außentür unmittelbar an das Treppenhaus, das der einzige Fluchtweg ist. Das sei nicht zulässig, sagte Foitzik: „Wenn in einer Wohnung ein Brand ausbricht, geht das Feuer direkt in das Treppenhaus, was als Fluchtweg nicht genutzt werden kann.“ Die Feuerwehr komme in die oberen Etagen nicht mehr hin.

Die Nutzung des Bürogebäudes als Wohnhaus sei grundsätzlich nicht in Ordnung und sollte mittel- und langfristig beendet werden. Im Interesse der Mieter wolle die Stadt das aber vorübergehend weiter dulden, wenn die Mängel bei den übrigen 60 Appartements behoben würden.

Als Reaktion auf das verheerende Feuer des Londoner Grenfell Towers im Juni mit rund 80 Toten sind auch in Deutschland Hochhäuser von den Behörden überprüft worden. In Wuppertal, Duisburg, Krefeld und Dortmund waren daraufhin Gebäude aus Brandschutzgründen geräumt worden.

dpa

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