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Der Norden „Da ist ganz viel Idealismus im Spiel“
Nachrichten Der Norden „Da ist ganz viel Idealismus im Spiel“
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00:18 05.08.2018
„Lehrer können nicht jedes gesellschaftlich neue Problem lösen“: Referendare hören in Hameln Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zu. Quelle: dpa
Hameln

Johanna Schäfer (27) wollte immer schon Lehrerin werden. „Schon in der Grundschule, ich hatte eine richtig gute Musiklehrerin.“ Jetzt wird die 27-Jährige selbst Musik und katholische Religion unterrichten. In der nächsten Woche beginnt sie als Referendarin in einer Realschule in Bad Pyrmont.

„Das ist ein Beruf mit Zukunft“

Sie ist eine von landesweit 1200 Referendaren, die nach den Sommerferien in ihren Beruf starten. 100 von ihnen lernen an den Hamelner Studienseminaren für Gymnasium, Grund-, Haupt- und Realschule. Am Donnerstag erhielten sie einen seltenen Besuch. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) begrüßte die Referendare bei einer Willkommensfeier – und was er sagte, war wohl als gut gemeinter Ratschlag gedacht, sich nicht von den Mühen des Alltags desillusionieren zu lassen: „Der Lehrerberuf ist kein Beruf für Perfektionisten“, stellte Tonne klar. „Die 100 Prozent werden Sie nie erreichen. Wer das versucht, der wird scheitern.“ Gleichwohl handele es sich um einen schönen, anspruchsvollen Beruf – einen Beruf mit Zukunft, betonte er. „Wir werden in den nächsten Jahren sehr viele neue Lehrerinnen und Lehrer in Niedersachsen brauchen.“

Warum wird man Lehrer? „Aus Spaß“, sagt ein junger Mann, der Physiklehrer werden, aber seinen Namen nicht nennen will. Die Zukunftsaussichten für junge Pädagogen sind hervorragend, nicht nur das Land Niedersachsen sucht händeringend nach jungen Leuten, die den Schuldienst verrichten wollen. Doch den wenigsten Junglehrern scheint das wichtig zu sein.

Johanna Schäfer sagt, sie hätte sich auch dafür entschieden, wenn es nicht zu wenig, sondern zu viele Pädagogen gäbe. „Es ist eine Herzensangelegenheit“, sagt die 27-Jährige. Auch Studienseminarrektorin Regina Brandes sagt, meist sei die Freude an der Arbeit mit Kindern ausschlaggebend für die Jobwahl: „Da ist ganz viel Idealismus im Spiel und ganz wenig Pragmatismus.“

Sarah Schönberger geht es ähnlich: Die 30-Jährige hat erst eine Ausbildung als Biologie-Laborantin gemacht und in Finnland gearbeitet. Irgendwann habe sie gemerkt, dass ihr die Arbeit mit Kindern liege, erzählt sie. Sie beginnt bald an einer Grundschule in Bad Münder. Die Mutter eines zweijährigen Kindes möchte auch nach ihrer 18-monatigen Referendarszeit gern an einer Schule im Kreis Hameln-Pyrmont arbeiten: „Ich bleibe hier, das ist meine Heimat.“

Gerade Schulen auf dem Land suchen Bewerber

Landrat Tjark Bartels dürfte das freuen. Der SPD-Politiker sagt, er wünsche sich, dass möglichst viele Nachwuchspädagogen am Ende auch in der Gegend bleiben. Denn gerade Schulen auf dem Land haben derzeit Probleme, Bewerber für ihre offenen Stellen zu finden.

Deshalb sei es genau richtig gewesen, vor 40 Jahren die Lehrerausbildung auch in die Fläche zu bringen, in Städte wie Wolfsburg, Stade und Salzgitter, betont Tonne. Nur zwei Handvoll der gut 100 Nachwuchslehrer stammen auch tatsächlich aus der Region. Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) rührt denn auch gleich die Werbetrommel für die Rattenfängerstadt, die nicht nur „nah an Hannover“ sei, sondern auch selbst viel zu bieten habe.

„Schulen können nicht jedes gesellschaftliche Problem lösen“

Andreas Jungnitz vom Schiller-Gymnasium in Hameln rät den Referendaren, vor allem das einzelne Kind in den Blick zu nehmen und offen zu sein für die Neugier und die Fragen der Schüler, auch wenn das die geplante Stunde durcheinanderbringe.

Minister Tonne sagt: „Ich wünsche den neuen Lehrern im Vorbereitungsdienst Mut, um selbstbewusst und mit breitem Rücken in den Beruf zu starten und um den eigenen pädagogisch-didaktischen Weg zu finden.“ Dazu gehöre auch die Erkenntnis, dass nicht jeder Elternwunsch erfüllt werden müsse und die Schulen nicht für jedes gesellschaftliche Problem zuständig seien. Für die Erziehung sei in erster Linie die Eltern verantwortlich.

Von Saskia Döhner

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