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Der Norden Tierquälereivorwürfe: Iburger Schlachthof auf Dauer gesperrt
Nachrichten Der Norden Tierquälereivorwürfe: Iburger Schlachthof auf Dauer gesperrt
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00:19 25.10.2018
Aufnahme aus dem Schlachthof Bad Iburg. Quelle: Soko Tierschutz
Bad Iburg

Der Schlachthof in Bad Iburg, der durch Videoaufnahmen einer Tierrechtsorganisation in den Verdacht der Tierquälerei geraten ist, wird dauerhaft gesperrt. Ein Sprecher des Landkreises Osnabrück bestätigte am Montag, dem Betrieb werde das Schlachten von Tieren und auch der Verkauf von Fleisch geschlachteter Tiere ohne Zeitbegrenzung untersagt. Eine entsprechende Verfügung sollte noch am Montag an die Firma rausgehen.

Das Unternehmen – es handelt sich um den einzigen Schlachthof in Bad Iburg – war vor anderthalb Wochen ins Zwielicht geraten. Die Organisation „Soko Tierschutz“ aus Bayern hatte den Behörden heimlich gefilmtes Videomaterial zur Verfügung gestellt, auf dem zu sehen war, wie schwache Rinder mit Ketten und Seilwinden vom Hänger gezerrt und mit Elektroschocks gequält wurden. Der Landkreis und das Landwirtschaftsministerium sahen die Aufnahmen als authentisch an; das Ministerium erstattete Anzeige, der Kreis sperrte den Betrieb vorläufig.

Die neue Sperre soll dauerhaft gelten. Zusätzlich prüft das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg, ob es dem Schlachthof die EU-Zulassung entziehen kann. Dem Betreiber ist ein Anhörungsbogen zugestellt worden, er hat bis zum 1. November Zeit zu antworten.

Der Landkreis Osnabrück hat inzwischen damit begonnen, Abnehmer aus der Kundenliste des Schlachthofs zu besuchen und Proben von Fleisch zu nehmen, das noch aus den Beständen des Iburger Betriebs stammt. Es wird auf etwaige Gesundheitsschädlichkeit hin untersucht. Grund dafür ist, dass die Firma auch verdächtigt wird, tote Tiere verarbeitet zu haben. Die Veterinärämter umliegender Landkreise wurden ebenfalls auf die Gefahr hingewiesen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg, zuständig für Landwirtschaftsstrafsachen, wertet unterdessen weiter die Ergebnisse der Durchsuchung des Betriebs vor anderthalb Wochen aus. Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte ein Sprecher. Allerdings haben die Strafverfolger ihre Ermittlungen auf zwei Tierärzte ausgedehnt. Die beiden Veterinäre hätten den Schlachthof eigentlich im Auftrag des Landkreises kontrollieren müssen. Nun stehen sie selbst unter dem Anfangsverdacht der Tierquälerei. Sie sind zuvor bereits von der Kreisverwaltung ihres Amtes enthoben worden.

Im politischen Raum hatte der Fall Bad Iburg Empörung und auch die Forderung ausgelöst, die Tierhalter, die hinfällige Rinder an den Schlachthof geliefert hätten, müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Miriam Staudte von der Grünen-Fraktion sagte am Montag, es gehe hier nicht um einen Einzelfall, sondern „es besteht ein strukturelles Kontrolldefizit in ganz Niedersachsen“. Man brauche mehr Personal zur Überwachung der Branche.

Von Bert Strebe

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