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Der Norden 51 Fälle von einfacher Körperverletzung gegen Lehrer registriert
Nachrichten Der Norden 51 Fälle von einfacher Körperverletzung gegen Lehrer registriert
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00:23 04.06.2018
Das Opfer vor der Tafel: Lehrer beklagen immer häufiger nicht nur körperliche, sondern auch seelische Gewalt von Schülern. Quelle: imago stock&people
Hannover

In Niedersachsen ist die Zahl der Fälle von einfacher Körperverletzung gegen Lehrer in den vergangenen sieben Jahren um 60 Prozent gestiegen. 2010 waren 32 Pädagogen getreten, geschubst oder geschlagen worden, 2017 waren es 51. Uwe Lietzau, Referent im Innenministerium, warnte am Freitag beim einer Unterrichtung im Kultusausschuss im Landtag allerdings vor Panikmache: „Die prozentuale Steigerung ist hoch, muss aber vor der geringen konkreten Fallzahl diskutiert werden.“ Im Gegenzug sei die Zahl von Übergriffen, die unter schwere Körperverletzung fallen wie Attacken mit Messern oder Knüppeln, um 24 Prozent zurückgegangen, von 21 auf 16 Fälle, sagte Lietzau. Insgesamt stieg die Zahl der Körperverletzungen gegen Lehrer zwischen 2010 und 2017 um 19 Prozent, von 57 auf 69 Fälle.

Werden Lehrerinnen häufiger angegriffen?

Dem Land liegen keine Angaben darüber vor, ob die Übergriffe eher in Großstädten oder auf dem Land, an Gymnasien, Gesamt- oder Oberschulen vorkommen, ob Frauen häufiger attackiert werden als Männer. Auch zu den Tätern konnten keine Ausführungen gemacht werden. Ein Grund für die Steigerung sei sicherlich auch die erhöhte Anzeigebereitschaft, sagte Lietzau. Seit 2016 sind Schulen verpflichtet, körperliche Auseinandersetzungen anzuzeigen, also etwa eine Schlägerei auf dem Schulhof mit Nasenbeinbruch.

Nicht erfasst werden die Fälle von seelischer Gewalt gegen Lehrer. Zuletzt hatten Pädagogen in mehreren Studien angegeben, dass sie zunehmend beleidigt und beschimpft werden, schon von Grundschülern. Die Respekt- und Disziplinlosigkeit nehme zu, an vielen Schulen herrsche ein raues Klima der Gewalt. Barbara Kubisch, Referentin für Gewaltprävention im Kultusministerium, wies darauf hin, dass auch die Zahl der Mobbingfälle gestiegen sei. Doch hier gebe es einen großen Unterschied, was die Wissenschaft unter Mobbing verstehe und was man umgangssprachlich damit meine. Im Jahr würden zwischen 200 und 250 Schulverweise gegen Schüler ausgesprochen, die gravierende Verstöße begangen hätten. Darunter könnten auch Mehrfachtäter sein.

Immer häufiger sexuelle Übergriffe zwischen Schülern

Die Notrufnummer des Landes, unter der seit 2012 sexuelle Übergriffe, Mobbing- und Diskriminierungsfälle gemeldet werden können, verzeichnet allerdings gerade beim Mobbing sinkende Fallzahlen, von 137 Anrufen 2013 auf 86 im vergangenen Jahr. Bei Diskriminierungsmeldungen stieg die Zahl hingegen von 114 auf 137 und bei sexuellen Übergriffen verdoppelte sich die Zahl der Anrufe sogar, von 75 im Jahr 2013 auf zuletzt 145. Kubisch unterstrich, dass es die Zahl der Anrufe nicht mit der Zahl der konkreten Fälle gleichzusetzen sei. So könne es in einem Fall bis zu zehn Anrufe geben.

Unter der Hotline melden sich Schüler, Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter oder Fachberater. Kubisch sagte, sexuelle Übergriffe von Jugendlichen gegen Jugendliche häuften sich, dieses Gebiet müsse genauso in den öffentlichen Fokus gerückt werden wie Übergriffe von Lehrern gegen Schüler. Uwe Santjer (SPD) sagte: „Jede Schülerin, jeder Schüler, jede Lehrerin, jede Lehrer, der ein Opfer wird, ist einer zu viel. Es bedarf Mut, die Hotline zu nutzen und sexuellen Missbrauch anzuzeigen, oft melden sich Opfer erst Jahre später, aber wichtig ist es, so früh wie möglich einzuschreiten.“

Von Saskia Döhner

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