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Der Norden Welcher Tag wird der neue Feiertag in Niedersachsen?
Nachrichten Der Norden Welcher Tag wird der neue Feiertag in Niedersachsen?
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18:17 09.01.2018
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode warnt davor, sich auf den Reformationstag festzulegen.  Quelle: Pentermann/dpa
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Osnabrück/ Hannover

 Der von SPD und CDU geplante gesetzliche Feiertag wird von Religionsgemeinschaften und gesellschaftlichen Gruppen kritisiert. Dass es einen neuen Feiertag geben soll, begrüßen fast alle. Die Vorstellungen davon unterscheiden sich allerdings vollständig. Am Wochenende hatten die evangelische Kirche und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Vorschlag, den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag einzuführen, unterstrichen. 

CDU und Gewerkschaftsbund wollen zügige Gespräche

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, spricht sich gegen eine vorschnelle Festlegung auf den Reformationstag als neuen gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen aus. „Erst einmal müsste man sich klar werden, was man mit einem zusätzlichen Feiertag überhaupt will“, erklärt Bode. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert dagegen rasche Verhandlungen. Ministerpräsident Weil müsse schnellstmöglich Sozialpartner und Religionsgemeinschaften an einen Tisch bringen, damit der Landtag den neuen Feiertag zügig festlegen könne, sagt der niedersächsische DGB-Vorsitzende Hartmut Tölle. 

Beschäftigte in anderen Bundesländern hätten mit bis zu 13 Feiertagen deutlich mehr Pausen vom Arbeitsalltag. In Zeiten zunehmenden Arbeitsdrucks müsse diese Benachteiligung der niedersächsischen Arbeitnehmer endlich beendet werden. Auch die CDU-Landtagsfraktion plädierte für zügige Gespräche noch im ersten Quartal des Jahres.

Humanistischer Verband will keinen religiösen Feiertag

Laut Bischof Bode käme auch der Buß-und Bettag als evangelischer Feiertag in Frage, oder der 6. Januar, Heilige Drei Könige, böte sich an. Ein Ansatz, den der Humanistische Verband Niedersachsen so nicht vertritt. „Ein Drittel der Niedersachsen wird bei einem religiösen Feiertag nicht berücksichtigt“, sagt Jürgen Steinecke, Landesgeschäftsführer des HVD Niedersachsen. Ein neuer gesetzlicher Feiertag sollte ein Tag sein, an dem alle feiern könnten. 

Als Alternative schlägt der HVD Niedersachsen deshalb den 10. Dezember, den internationalen Tag der Menschenrechte, vor. „Wir haben in dieser Gesellschaft eine starke Prägung durch die Religion“, sagt dagegen Bischof Bode. Ein gemeinsamer Feiertag biete die Möglichkeit zu zeigen, dass Religionen ein großes Friedenspotenzial bieten und nicht immer nur unter dem Aspekt gesehen werden, dass aus ihnen Gewalt hervorgeht. 

„Antisemitische und sexistische Ansichten Luthers untragbar“

Auch bei den Jusos wird Kritik laut, den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag zu machen: „Am Reformationstag wird mit Martin Luther dem Wirken einer Person gedacht, deren antisemitische und sexistische Ansichten untragbar sind“, erklärt Jakob Blankenburg, Landesvorsitzender der Jusos Niedersachsen. Anstelle eines  weiteren christlichen Feiertags fordern die Jusos, dass der Tag der Befreiung zum Feiertag erklärt wird. „Die Kapitulation Nazi-Deutschlands und das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai 1945 stellen für alle demokratisch-gesinnten, friedliebenden Menschen unabhängig von der Konfession einen Grund zur Freude dar“, sagt Blankenburg.

Die Landesregierung von SPD und CDU hatten die Einführung eines neuen Feiertages im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Weil favorisiert dabei den Reformationstag. Auch die AfD sprach sich am Dienstag für den Reformationstag aus. Die Reformation sei einer der großen Wendepunkte in der Geschichte des Abendlandes, erklärte die Landtagsfraktion. Die Grünen plädierten für den Europa-Tag am 9. Mai. Wirtschaftsvertreter äußerten sich dagegen kritisch über die Feiertagspläne der Landesregierung. 

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