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Der Norden Kollabierte Rekruten nahmen Aufputschmittel
Nachrichten Der Norden Kollabierte Rekruten nahmen Aufputschmittel
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12:39 14.08.2017
Gegenüber der "FAZ" berichtete ein Soldat, dass einige Mitglieder seiner Truppe Aufputschmittel genommen haben. Quelle: dpa
Berlin/Munster

Die Bundeswehr-Rekruten, die bei einem Übungsmarsch im niedersächsischen Munster im Juli zusammengebrochen sind, hatten zuvor offenbar Aufputschmittel zu sich genommen. Das habe einer der beteiligen Soldaten in einer internen Untersuchung ausgesagt, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montag). Die Bundeswehr habe dies jedoch weder bestätigt noch dementiert.

Soldat stirbt nach Zusammenbruch

Bei einem Marsch mit Waffe, Splitterschutzweste, Feldanzug und Helm an einem warmen Sommertag im Juli mit Temperaturen um die 26 Grad Celsius war ein Offiziersanwärter nach drei Kilometern zusammengebrochen. Er starb zehn Tage später in einer Klinik. Bei einem zweiten Marsch am selben Tag brachen drei weitere Soldaten zusammen. Einer von ihnen befindet sich laut „FAZ“ noch immer in einem kritischen Zustand.

Problem war bekannt

Dem Zeitungsbericht zufolge ist der Missbrauch leistungssteigernder Mittel in der Bundeswehr bereits seit längerem als Problem bekannt. Ein Ausbilder sagte der „FAZ“, dass in seiner Einheit schon seit mehr als einem Jahr versucht werde, den Missbrauch von Aufputschmitteln durch gezielte Maßnahmen zu verhindern. Ein Bundeswehrarzt wies auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Missbrauch leistungssteigernder Mittel und der grundsätzlich abnehmenden körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldaten hin. Um bei wichtigen Prüfungen fit zu sein, werde dann künstlich nachgeholfen, so der Arzt.

Rekrutierung immer schwerer

Der Chef einer Panzergrenadierkompanie sagte der Zeitung: „Es fällt uns immer schwerer, genügend Rekruten zu finden, die in der Lage sind, den Belastungen eines Einsatzes standzuhalten.“

Nur Energy Drinks?

Das Verteidigungsministerium hat keine Erkenntnisse darüber, dass die bei einem Übungsmarsch kollabierten Soldaten illegale Aufputschmittel genommen haben. „Ein Soldat soll ausgesagt haben, dass er vor dem Marsch eine Dose eines Energy Drinks zu sich genommen habe“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Ob das die Ursache für den Schwächeanfall ist, ist allerdings völlig offen.“

Geschichte: Drogen im Einsatz

Im Zweiten Weltkrieg galt das Methamphetamin Pervitin als Wunderwaffe. Das Aufputschmittel wurden in den Berliner Tremmler-Werken hergestellt. Es handelte sich in erster Linie um den gleichen synthetischen Wirkstoff, der heute als Chrystal Meth oder Ice bezeichnet wird. 

Allein in der Zeit von April bis Juni 1940 sollen Wehrmacht und Luftwaffe mehr als 35 Millionen Tabletten Pervitin bezogen haben. Die Soldaten bekamen das Mittel ganz offiziell von ihren Vorgesetzten. Zunächst war das Medikament frei erhältlich, ab 1941 dann nur noch auf Rezept. 

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Wirkstoff bei Soldaten zum Einsatz, so etwa US-Soldaten während des Vietnam-Kriegs. Bei der Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee wurde Pervitin noch bis in die 1970er Jahre für den Ernstfall eingelagert.

dpa

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