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Der Norden Keine Zukunft für den Balztanz der Birkhühner?
Nachrichten Der Norden Keine Zukunft für den Balztanz der Birkhühner?
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06:00 10.05.2017
Von Gabriele Schulte
Quelle: Sven Kleinert
Bispingen

Sie kullern und zischen. Sie hüpfen, und mit gespreizten Federn drohen sie ihren Konkurrenten. Das Ziel: Die zuschauenden Weibchen sollen möglichst beeindruckt sein. Der Balztanz der Birkhähne ist ein Naturschauspiel, das im Mai frühmorgens zu beobachten ist - allerdings nur noch in der Lüneburger Heide. Dort lebt die inzwischen einzige Flachlandpopulation Mitteleuropas.

Dabei galt das Birkhuhn bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Charaktervogel der norddeutschen Moore und Heiden. Doch Entwässerungen, Abtorfungen und intensive Landwirtschaft vertrieben es aus vielen Gegenden. Auf nur noch 200 Tiere in der Lüneburger Heide wird die Zahl der Hähne und Hennen mittlerweile geschätzt - auf Basis jährlicher Zählaktionen, für die erste aktuelle Ergebnisse jetzt vorliegen.

Aktuelle Zählungen

Demnach ist der Bestand bei den Hähnen im Naturschutzgebiet rund um den Wilseder Berg bei Bispingen weiter zurückgegangen. 20 Hähne und 28 Hennen haben Ehrenamtliche gerade gezählt. 2016 waren es 21 Hähne und 24 Hennen gewesen, vor zehn Jahren noch 45 Hähne und 33 Hennen.

Die Zahlen für die weiträumigen Truppenübungsplätze, die den Vögeln ebenfalls als Lebensraum dienen, stehen noch aus. Dort zählen Mitarbeiter der Bundesforsten.

„Um den Bestand zu sichern, dürfen es nicht weniger werden“, sagt Wildtierforscher Egbert Strauß von der Landesjägerschaft, der sich an der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover mit der bedrohten Tierart befasst.

Natürliche Feinde werden gejagt

Da man längst nicht alles über das Birkhuhn weiß, bedürfe es weiterer Forschung. So könnte geklärt werden, wie man den Rückgang stoppen kann. Das Land will dabei helfen. „Im Zusammenhang mit der Niedersächsischen Naturschutzstrategie soll es ein Aktionsprogramm für das Birkhuhn geben“, bestätigt eine Sprecherin von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Ein erstes Gespräch unter anderem mit Naturschützern und Mitarbeitern von Forstverwaltungen hat es gegeben.

Zurzeit sind die Birkhühner im Wesentlichen auf die Truppenübungsplätze Bergen und Munster sowie das Rheinmetall-Schießgelände verteilt. Einzelne Tiere, die von den TiHo-Forschern Sender erhielten, zeigten sich standorttreu. Für den Erhalt der Population wäre es aber wichtig, dass sich die Gruppen mischen und so den Genpool verbessern, erläutert Stefan Wormanns vom Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide in Schneverdingen. Dabei helfen sollen Verbindungswege zwischen den Lebensräumen der Tiere - ohne Hindernisse wie Windkraftanlagen, aber mit der einen oder anderen Lichtung in Waldgebieten. Die Vogelart liebt strukturierte, aber offene Landschaften mit vielen Versteckmöglichkeiten.

In der Heide bemüht sich der Verein Naturschutzpark, unterstützt vom Landwirtschaftsministerium, seit Langem darum, dem Birkhuhn das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Dazu trägt die konsequente Heidepflege ebenso bei wie die gezielte Jagd auf Fuchs, Dachs und andere Beutegreifer. An die Touristen hätten sich die Vögel recht gut gewöhnt, berichtet Wormanns: „Besucher sollten aber auf den Wegen bleiben und ihre Hunde nicht frei laufen lassen.“

Wie oft und in welchem Rahmen verkaufsoffene Sonntage in Niedersachsen in Zukunft stattfinden dürfen, bleibt weiter unklar. Die rot-grüne Koalition befürchtet das Gesetz im Landtag bis zum Ende der Legislaturperiode 2018 nicht durchzukriegen und kippt die Planungen.

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