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Der Norden Oberlandesgericht prüft Haftentlassung von Abu Walaa
Nachrichten Der Norden Oberlandesgericht prüft Haftentlassung von Abu Walaa
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21:45 07.03.2018
Abu Walaa sitzt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung in Untersuchungshaft. Archivbild. Quelle: dpa
Niedersachsen

 Im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Walaa, prüft das Gericht eine Entlassung des Irakers aus der Untersuchungshaft. Über den Antrag des Verteidigers vom Vortag sei am Mittwoch noch nicht entschieden worden, teilte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Celle mit. Der Verteidiger hatte zur Begründung für seinen Antrag nach fünfeinhalb Monaten Prozessdauer und Befragung des Hauptbelastungszeugen gesagt, es gebe keinen dringenden Tatverdacht. Vor einem Gerichtsentscheid über den Antrag muss die Bundesanwaltschaft dazu Stellung nehmen, eine Frist dafür gibt es nicht.

Die Verteidigung sagte zur Begründung für den Antrag, der wochenlang befragte Hauptbelastungszeuge, auf den sich die Anklage gegen Abu Walaa und vier mutmaßliche Mittäter maßgeblich stützt, sei unglaubwürdig. Es gebe zahlreiche Widersprüche zwischen den Aussagen des Zeugen vor Gericht und der Anklageschrift. Der Kronzeuge sei „ein Lügner mit hochgradig manipulativem Charakter“, führte der Verteidiger laut Medienberichten vor Gericht aus.

Der Hauptbelastungszeuge ist ein 23-jähriger Deutschtürke, der als Jugendlicher in islamistische Kreise geriet und nach seiner Schilderung mit Hilfe von Abu Walaas Netzwerk nach Syrien ausreiste. Später wandte er sich vom IS ab und kooperierte mit den Sicherheitsbehörden.

Mit seinen „fantastischen Geschichten“ über Abu Walaa habe er sich in Deutschland ein mildes Urteil vor Gericht ermöglicht, hatte der Verteidiger schon früher gesagt. Zugleich hätten die Behörden die Aussagen ohne eine Überprüfung verwendet, nachdem sie Abu Walaa zuvor jahrelang nichts hatten anlasten können. Tatsächlich steht und fällt das Verfahren mit der Bewertung der Glaubwürdigkeit des Kronzeugen.

Abu Walaa und vier Mitangeklagte müssen sich seit Ende September wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS verantworten. Sie sollen junge Menschen insbesondere im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben. Ein Ende des Prozesses ist derzeit nicht absehbar, Termine sind bis Ende August terminiert.

Von dpa

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