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Der Norden So ist die Stimmung auf dem Hurricane-Festival
Nachrichten Der Norden So ist die Stimmung auf dem Hurricane-Festival
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13:55 25.06.2017
Quelle: dpa
Scheeßel

Regen und Matsch haben das Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel wieder fest im Griff. Die Musikfans nehmen es gelassen. "Ich habe einen schönen Giraffenponcho", sagt Oliver (29), der aus Bochum angereist ist. "Und wenn man mit Flip Flops unterwegs ist, braucht man auch keine Socken."

Campus 0511: Was uns an Festivals nervt

Im vergangenen Jahr ist das Festival wegen Unwettern am Samstag ausgefallen. Auch in diesem Jahr sind am Donnerstag schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel angekündigt. Viele Gäste müssen in den Autos oder im Regen warten. Der Veranstalter bittet die Camper, erst am Freitag anzureisen. Am ersten Festivaltag bleibt es dann auch weitgehend trocken. In der Nacht zum Samstag regnet es aber permanent. Wegen verschärften Sicherheitsbestimmungen dauert es am Einlass zum Innenbereich, wo die Bands spielen, etwas länger.

Hagel und Starkregen vor dem Start des „Hurricane“-Musikfestivals in Norddeutschland: Doch die ersten Besucher sind schon da.

Beim Sicherheitspersonal am Eingang lagern Spritzpistolen aus Plastik, die mit Flüssigkeit für Seifenblasen geladen sind, neben Taschenmessern, einem Wikingerhelm mit zwei Hörnern, einer nackten 1,50 Meter großen Gummipuppe, großen Plastikpackungen mit Konfetti und einem weißen Plüschrucksack in Form eines Einhorns. Das alles muss draußen bleiben. Rucksäcke und Turnbeutel sind in diesem Jahr verboten. "Erst dachte ich mir, es ist doof, wegen Trinken und Pulli und was man sich sonst so in den Beutel stopfen kann", sagt Charlotte (19), die sich mit Freundin Lucie (18) aus Stendal ein Zelt teilt. Viele Festivalbesucher behelfen sich mit selbst gebastelten Trägern aus Klebeband für leere Tetrapackbehälter oder kleben sich den Becher direkt an der Hose fest. Angst haben die jungen Frauen aber nicht. "Man kommt her und denkt sich, dass die meisten friedfertig sind", sagt Luci. "Friedfertig betrunken", fügt Charlotte hinzu und lacht.

Nach Angaben der Polizei bleibt es zunächst ruhig. Es habe einige wenige Diebstähle gegeben, wie üblich auf einem Festival, sagt ein Sprecher der Polizei Rotenburg.

Ansagen gegen Trump

Die Polizei hatte angekündigt, ihr Personal in diesem Jahr aufzustocken. Musiker Frank Turner, der mit der Band The Sleeping Souls auftritt, ruft sein Publikum dazu auf, statt einer Mauer des Todes eine Mauer der Umarmungen zu bauen. Jeder sollte einen Fremden umarmen. Noch politischer äußert sich Billie Joe Armstrong, Sänger der US-amerikanischen Punk-Band Green Day. Nach der Zugabe "American Idiot" ruft er Zehntausenden Fans "Fuck you Donald Trump" zu. Auch Dan Raynolds, Frontmann der Band Imagine Dragons, richtet eine politische Botschaft an seine Fans. "Terror wird nie gewinnen, Musik wird immer erfolgreich sein (Terror will never win, music will always succeed)", ruft der Sänger unter großem Beifall des Publikums. Bisher sorgen nur einige laute Explosionen während des Konzertes von Green Day für kurzzeitige Verunsicherung.

Die Fans können aber sofort sehen, dass die von einer Hebebühne abgefeuerten Knaller zur Show gehören. Pech hat hingegen der Musiker Haftbefehl. Das Konzert des Rappers am Freitagnachmittag muss leider ausfallen. Sein Flug hat nach Angaben des Veranstalters Verspätung, und anschließend steckt er in einer Polizeikontrolle fest.

lni

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