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Der Norden Immer wieder trotzt er Tod und Teufel
Nachrichten Der Norden Immer wieder trotzt er Tod und Teufel
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17:16 03.09.2018
„Ich habe immer weiter gearbeitet, als ob nichts wäre“: Horst Hirschler.
Hannover

Ihn kann so leicht nichts unterkriegen. Horst Hirschler, der frühere hannoversche Landesbischof und Abt zu Loccum, hat schon Tod und Teufel getrotzt. Vielleicht liegt es an seiner zupackenden Art, einer gehörigen Portion Gottvertrauen und einem starken Willen, dass den Gottesmann weder ein gefährlicher Krebs noch andere Krankheiten aus den Schuhen werfen konnten. „Ich habe immer weiter gearbeitet, als ob nichts wäre“, sagt Horst Hirschler, der heute im Kreis seiner Familie seinen 85. Geburtstag feiert.

Genaues Gespür für Timing

Hirschler war zwischen 1988 und 1999 Landesbischof in Hannover, zuvor Landessuperintendent in Göttingen und Schülerpastor in Hannover. Er war (und ist) ein leidenschaftlicher Synodaler, der sich nicht scheut, mit klaren Worten einen Streit auszutragen (und sich hinterher zu versöhnen). Seit dreizehn Jahren ist er Abt des Klosters Loccum, das derzeit zur zentralen Ausbildungsstätte für Pastoren in Norddeutschland ausgebaut wird.

Aber vor allem ist Hirschler Prediger, ein wortgewaltiger Kirchenmann, der mit einem genauen Gespür für Anschaulichkeit und Timing seine Zuhörer in den Bann schlagen kann. Wenn Hirschler Luthers innere Seelennöte vor dem Reichstag in Worms schildert, wähnt man sich plötzlich selber im 16. Jahrhundert vor dem Reichsgericht – und vor dem Schafott. „Konkret Predigen“, hieß die Reihe, die ihn in der Fachwelt bekannt machte.

Die Kunst beherrscht er noch heute. Anschaulich kann der Theologe, der als Elektriker begann, schildern, wie er sich vor acht Jahren vom Krebs nicht kleinkriegen ließ. „Da habe ich Versuchskaninchen für die Firma Hoffmann La Roche gespielt.“ Weitergeholfen habe neben der Medizinkunst aber die Zuversicht: „Ob ich lebe oder sterbe, ich bin in Gottes Hand.“ So hat ihn kürzlich auch ein Sturz nicht aus der Bahn geworfen. Er wird auch weiterhin im Kloster Loccum präsent sein, in dem er früher angehende Pastorinnen und Pastoren unterrichtet hat. „Das war spitzenmäßig.“

„Was ist in Chemnitz los?“

Seinen 85. Geburtstag feiert er in der Familie, am Sonnabend gibt es einen Empfang im Kloster. Derzeit überlegt er, was zu den Vorgängen in Chemnitz zu sagen ist, die bei ihm eine gewisse Fassungslosigkeit hinterlassen. „Ich frage mich, was ist denn da los?“ Vielleicht müsse man sich noch intensiver mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen, sagt Hirschler, der sich bereits als Jugendpastor mit den Nazi-Verbrechen befasste.

Von Michael B. Berger

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