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Der Norden Hochhausfassaden in Niedersachsen werden geprüft
Nachrichten Der Norden Hochhausfassaden in Niedersachsen werden geprüft
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20:59 28.06.2017
Von Gabriele Schulte
In Wuppertal wurde ein Gebäude sicherheitshalber geräumt. Quelle: dpa
Hannover

„Wir prüfen gerade“, heißt es etwa in Osnabrück, „es wird noch mal genauer hingeschaut“ in Delmenhorst. Das Staatliche Baumanagement Niedersachsen hat schon begonnen, über seine acht Bauämter speziell die Fassaden der Landes- und Bundesgebäude im Land auf Feuergefahr zu untersuchen. „Das läuft seit dieser Woche“, sagte ein Sprecher des zuständigen Finanzministeriums der HAZ. Anlass sei der Hochhausbrand mit mindestens 79 Toten in London gewesen.

Strengere Auflagen ab 22 Meter

Als Hochhaus gelten Gebäude, die mehr als 22 Meter hoch sind. Sie unterliegen als „Sonderbauten“ besonders strengen Anforderungen, wie eine Sprecherin von Bauministerin Cornelia Rundt (SPD) hervorhob: „Das gilt insbesondere für den Brandschutz.“ Die Bauaufsicht der Kommunen bewerte gemeinsam mit der Feuerwehr die Brandschutzvorkehrungen. Dies betrifft vor allem Neubauten.

Aber auch bestehende Gebäude werden mindestens alle fünf Jahre kontrolliert, wie Hubert Henne von der Berufsfeuerwehr Göttingen erläutert - er ist Vertreter des Landesfeuerwehrverbands in der Arbeitsgemeinschaft Vorbeugender Brandschutz, an der auch das Innen- und das Sozialministerium beteiligt sind. Niedersachsen sei in dieser Hinsicht im Bundesvergleich sehr gut aufgestellt, meint Henne. Allerdings sei es generell nicht leicht, alte Gebäudefassaden auf ihre Feuergefährlichkeit zu überprüfen: „Wie wollen Sie das von außen beurteilen?“ Bei den Inspektionen stehe anderes im Vordergrund: Feuerwehrzufahrten und Fluchtwege, Wasserversorgung und Brandmeldeanlagen. Nach Recht und Gesetz dürfe ein Fall wie in Wuppertal eigentlich nicht vorkommen, meinte Henne. Von der Evakuierung dort sei er daher „völlig überrascht“ gewesen.

Fragt man in großen Städten wie Hannover oder Braunschweig nach, heißt es denn auch, von ähnlichen Problemen sei nichts bekannt. Dies gilt nach Einschätzung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes auch für die kleineren Orte im Land. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass eine Gefahrenlage da ist“, sagt Geschäftsführer Berthold Ernst. „Ähnliche Probleme wie in Wuppertal sind uns noch nie untergekommen.“ Sollte es Einzelfälle geben, sei gegen Baurecht vorstoßen worden.

Brandschutzexperte Henne sieht Gefahren eher bei kleineren Wohnhäusern, bei denen in den vergangenen Jahren Styropor zur Wärmedämmung verwendet wurde. Styropor sei zwar nicht leicht entflammbar, sagt der Feuerwehrmann. „Aber wenn doch, dann tropft es brennend ab.“ Hausbesitzer sollten deshalb bei Sanierungen lieber auf - etwas teurere - Mineralwolle setzen. Sonst könne sich ein Feuer an der Fassade rasant ausbreiten.

Intown will geräumtes Hochhaus nun sanieren

Die Stadt Wuppertal hat ein von ihr vorsorglich geräumtes elfstöckiges Gebäude für unbewohnbar erklärt. „Wir haben die Hälfte der Bewohner in städtischen Wohnungen untergebracht, die anderen sind privat untergekommen“, sagte eine Stadtsprecherin. 70 Mieter hatten das Hochhaus am Vortag auf Anordnung der Kommune verlassen müssen, nachdem es als feuergefährlich bewertet worden war. Auslöser war eine Überprüfung nach der Brandkatastrophe von London mit mindestens 79 Toten zwei Wochen zuvor.

Nach Angaben der Stadtsprecherin kamen in Wuppertal drei Faktoren zusammen: Zum einen sei in der Fassade leicht brennbarer Kunststoff wie in London verarbeitet – die wechselnden Eigentümer seien Aufforderungen der Bauaufsicht, dies zu ändern, nie gefolgt. „Hinzu kam, dass der Rettungsweg über Außenbalkone führte.“ Zuletzt sei auch noch festgestellt worden, dass es Brandmeldeanlagen nur für einzelne Wohnungen gab.

Eigentümer des Wuppertaler Gebäudes ist die Immobilien-Gesellschaft Intown, die auch das Ihme-Zentrum und das ehemalige Maritim-Hotel am Rathaus in Hannover gekauft hat. Dies bestätigte das Unternehmen. Intown habe das Wuppertaler Hochhaus, das Mitte der Sechzigerjahre gebaut wurde, 2013 erworben. „Aktuell stehen wir in Kontakt mit der Stadt und haben Ersatz­unterkünfte angeboten“, sagte Geschäftsführer Sascha Hettrich. Das Bauamt habe einen Wiederbezug zugesagt, sobald die Fassade entfernt sei und alle Mängel behoben seien: „Wir sind dabei, dies in die Wege zu leiten.“     

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