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Der Norden Niedersachsen knackt Hitzerekorde – und es wird noch heißer
Nachrichten Der Norden Niedersachsen knackt Hitzerekorde – und es wird noch heißer
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00:17 27.07.2018
Ein Badegast springt im Freibad Annabad in Hannover ins Wasser. +++ Quelle: dpa
Hannover

Schon zu Beginn der Hitzewoche haben viele Orte in Niedersachsen einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. „So heiß war es dort an einem 24. Juli noch nie“, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) unter anderem für Stationen in der Region Hannover. In Barsinghausen waren die Werte bis 16 Uhr auf 34,1 Grad, in Wunstorf auf 34,0 Grad geklettert. In der Stadt Hannover war es mit 33 Grad etwas kühler.

Bis zum Donnerstag soll dort das Quecksilber allerdings sogar auf 37,0 Grad steigen. „Wir erwarten damit einen Juli-Rekordwert“, sagte DWD-Meteorologin Annett Püschel. Am Dienstag war Lingen im Emsland mit 35,3 Grad bundesweit Spitzenreiter. „Die zwei heißesten Tage kommen jetzt noch“, sagte Püschel. Sehr ungewöhnlich sei in diesem Sommer im Norden die beständige Hochdrucklage, die nicht von nennenswertem Regen unterbrochen wird.

Hitze kann zu Gesundheitsproblemen führen

Zur ungewöhnlich hohen Zahl an Sommertagen kommen jetzt die warmen Nächte hinzu. Vor allem in den Ballungsräumen sinke die Temperatur kaum noch unter 20 Grad, sagte Püschel. Gerade das kann nach Einschätzung von Medizinern zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. „Der Körper kann sich in den Nächten nicht ausreichend erholen“, sagte Roland Suchenwirth vom niedersächsischen Landesgesundheitsamt. Wichtig sei, etwa einen Liter Wasser mehr pro Tag zu trinken als üblich, kein schweres Essen zu sich zu nehmen und dem Körper Abkühlung zu verschaffen, zum Beispiel durch eine kalte oder lauwarme Dusche.

„Wer Sport treiben will, sollte das in den frühen Morgenstunden tun“, meinte Suchenwirth. Den ganzen Tag über empfehlenswert sei helle, luftige Kleidung. Eine starke Überwärmung könne besonders bei älteren Menschen zu Verwirrtheitszuständen führen, die an einen Schlaganfall erinnern. In der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover machte sich die Hitze am Dienstag noch nicht bemerkbar, wie eine Sprecherin berichtete: „Es ist gut was los, aber normaler Betrieb.“

Stadtwerke in Barsinghausen melden Wasserknappheit

Die Harzer Wasserwerke erwarten den trockensten Juli seit Beginn ihrer Wetteraufzeichnungen im Jahr 1857. „Die Versorgung ist aber nicht in Gefahr“, meinte eine Sprecherin. Die Talsperren seien vom Sommerhochwasser 2017 noch gut gefüllt. Allerdings sollte der seit Wochen ungewöhnlich hohe Bedarf auch nicht weiter steigen: „Wir gehen schon Volllast.“ Dagegen teilten die Stadtwerke in Barsinghausen mit, es komme bereits zu Engpässen. Sie riefen die Bürger auf, auf Rasensprengen zu verzichten.

Vertrocknete Wiesen und Felder machen verstärkt den Landwirten im Norden zu schaffen. Nach Angaben des DWD sind die Böden extrem dürr –vielerorts fehle bis in 60 Zentimeter Tiefe jegliche Feuchtigkeit. Wie eine Landvolk-Sprecherin in Hannover sagte, gibt es hohe Einbußen bei Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais. Haltern von Rindern, Schafen und Ziegen fehle das Rauhfutter: „Für sie ist die Lage dramatisch.“ Die Arbeitsgemeinschaft Bäuerlicher Landwirtschaft forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf, zügig einen Agrargipfel einzuberufen und ein unbürokratisches Nothilfeprogramm zu beschließen.

Von Gabriele Schulte

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