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Der Norden Hering könnte durch Brexit teurer werden
Nachrichten Der Norden Hering könnte durch Brexit teurer werden
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15:48 27.06.2017
Die deutschen Fischer werfen ihre Netze derzeit in britischen Gewässern aus. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Bonn

Die deutschen Fischer warnen vor einem möglichen Preisanstieg beim Hering infolge des Brexits. „Das Szenario, dass gerade der Hering teurer wird, ist nicht unrealistisch“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Fischerei-Verbandes, Peter Breckling, am Dienstag in Bonn. Es müsse bei guten Verhandlungen nicht so kommen, sei aber denkbar.

Die Branche fürchtet, dass beim EU-Austritt der Briten traditionell genutzte Fanggebiete vollständig verloren gehen könnten. Bislang dürfen deutsche Fischer nämlich in britischen Hoheitsgewässern ihre Netze auswerfen - und dabei holen sie nach Angaben des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes 100 Prozent der deutschen Nordseeherings-Quote aus dem Wasser. Mit dem Brexit könnte damit Schluss sein. Zugleich würden für Ex- und Importe - etwa von Hering - womöglich Zölle fällig. „Das verteuert natürlich das Produkt“, sagte Uwe Richter, Vorsitzender des Hochseefischerei-Verbandes.

Importe können Verlust nicht auffangen

Auch Importe aus anderen EU-Ländern könnten das nicht ohne Weiteres auffangen. „Wenn wir sagen, dass wir Heringe importieren, importieren wir aus Dänemark und Holland. Aber die Dänen und Holländer kommen dann ja auch nicht mehr in die britischen Gewässer. Das multipliziert den Verlust“, sagte Generalsekretär Breckling. Der Brexit ist eines der Themen, mit denen sich die Branche auf dem Deutschen Fischereitag in Bonn beschäftigt, der noch bis Donnerstag läuft.

Die deutsche Hochseefischerei kalkuliert aktuell mit einem Verlust von 100 Millionen Euro pro Jahr als Folge des Brexits. Es drohten die Stilllegung von Teilen der Flotte und Entlassungen bei der Besatzung, sagte der Präsident des zuständigen Verbandes, Uwe Richter. Hinzu kämen Probleme für alle Firmen, die an der Hochseefischerei hängen - etwa bei der Fischverarbeitung. „Summa summarum stehen 500 bis 700 Arbeitsplätze auf dem Spiel, die auf einen Schlag und unwiederbringlich weg sein könnten.“

dpa

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