Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Der Norden 800 Beamte im Einsatz: Großrazzia gegen Schleuserring 
Nachrichten Der Norden 800 Beamte im Einsatz: Großrazzia gegen Schleuserring 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:50 08.05.2018
Festnahme in Hamburg: Die Beschuldigten sollen im großen Stil Moldauer nach Deutschland geschleust haben. Quelle: Foto: Bundespolizei Pirna/dpa
Hamburg/Bremen/Pirna

Mit einer groß angelegten Razzia ist die Bundespolizei in vier Bundesländern gegen einen mutmaßlichen Schleuserring vorgegangen. Rund 800 Beamte durchsuchten am Montagabend und Dienstagmorgen 21 Wohnungen und Büros in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und der Altmark (Sachsen-Anhalt), wie ein Sprecher der Bundespolizei in Pirna sagte. Mehrere Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen.

Die Beschuldigten sollen überwiegend moldauische Staatsbürger mit gefälschten rumänischen Papieren nach Deutschland geschleust und unter anderem im Wachschutz illegal beschäftigt haben. Einige der mutmaßlichen Schleuser sollen zudem Kontakte in die „Reichsbürger“-Szene in der Altmark haben. „Diese Verbindungen stehen aber derzeit eindeutig nicht im Fokus“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, die in dem Verfahren federführend ist.

Schwerpunkt in Hamburg

„Das Ermittlungsverfahren läuft derzeit gegen 13 Beschuldigte“, sagte die Sprecherin weiter. Die drei Hauptbeschuldigten im Alter zwischen 30 und 43 Jahren seien in Hamburg festgenommen worden. Dabei handelt es sich laut Polizei um zwei Deutsche und einen Russen.

Schwerpunkt der Razzia war der Raum Hamburg. Dort durchsuchten die Ermittler 16 Wohnungen und Büros. In Bremen und in Sittensen (Kreis Rotenburg) durchsuchten sie jeweils ein Gebäude, in der Altmark drei. Dabei seien auch zahlreiche illegale Migranten entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher.

In Hamburg und Bremen kontrollierten die Bundespolizisten mehrere Häuser, in denen die eingeschleusten Moldauer untergebracht waren. Dabei wurden nach Auskunft der Polizei insgesamt 49 Menschen angetroffen, von denen sich mindestens 42  illegal in Deutschland aufhielten.

„Unser Verfahren richtet sich nur gegen die mutmaßlichen Schleuser, nicht gegen die Geschleusten“, betonte die Sprecherin der Anklagebehörde in Lüneburg. „Die Betroffenen wurden mit Niedriglöhnen und hohen Mieten ausgebeutet“, sagte der Polizeisprecher in Pirna. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg habe bereits seit Oktober in dem Fall ermittelt.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler dem Polizeisprecher zufolge umfangreiches Beweismittel sicher. Dabei handele es sich unter anderem um Ausweisdokumente, Handys, Laptops und Unterlagen. Auch geringe Drogenmengen, ein Schlagring, ein Elektroschocker und scharfe Munition gehörten dazu. Zudem wurden ein Bargeldbetrag in fünfstelliger Höhe und Gold sichergestellt.

Bei einem weiteren, europaweiten Schlag gegen einen anderen Schleuserring wurden ebenfalls Gebäude in Niedersachsen durchsucht – in diesem Fall in Ottersberg (Kreis Verden) und Lilienthal (Kreis Osterholz). Die Tatverdächtigen sollen unter teils lebensgefährlichen Bedingungen Menschen aus der Türkei über Rumänien und Bulgarien ins deutsch-österreichische und deutsch-tschechische Grenzgebiet gebracht haben. Für die Fahrten auf Lastwagen sollen bis zu 10 000 Euro pro Geschleustem bezahlt worden sein. 

Ein Verdächtiger wurde in Rumänien festgenommen, außerdem setzten die Beamten drei Menschen ohne Aufenthaltspapiere fest. Nach weiteren Verdächtigen mit Wohnsitz in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wird laut Bundespolizei gefahndet.

Von Peer Körner

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Waldbränden in Niedersachsen. Vor allem im östlichen Teil herrscht akute Brandgefahr.

08.05.2018

Wie groß ist der Skandal um zu Unrecht genehmigte Asylbescheide am Bremer Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf)? Die bisher bekannten Fälle könnten nur die Spitze eines Eisberges sein.

08.05.2018

Die seit Freitagabend vermisste 13-Jährige aus Ankum ist wohlauf. Am Dienstagnachmittag meldete sie sich bei der Polizei in Osnabrück.

08.05.2018