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Der Norden Kaffee statt Korn
Nachrichten Der Norden Kaffee statt Korn
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16:40 07.06.2018
Es geht auch mit Kaffee: Die Guttempler verzichten auf Alkohol. Quelle: dpa
Hannover

Ein Gläschen in Ehren? Nicht bei den Guttemplern. „Alkoholfrei – leben und erleben“ lautet ihr Leitsatz. Offenbar mit Erfolg. 61 Guttempler-Gemeinschaften gibt es in Niedersachsen. Sie heißen mit Bezug auf die Region etwa Burglöwe oder Brunsviga (beide in Braunschweig) oder ganz programmatisch Zuversicht, Bastion Hoffnung, Ansporn, Eiserner Wille.

„Wir kennen Not und Leid, die durch eine Sucht verursacht werden, aus eigener Erfahrung“, sagt Gerhard Siems aus Lehrte, der Mitglied des Landesvorstandes ist. Am 9. Juni feiern er und seine „Brüder und Schwestern“ den 50. Geburtstag des Landesverbandes.

Kaffee statt Korn

Bekannt sind die Guttempler vor allem als Selbsthilfegruppe für Menschen mit Alkoholproblemen und deren Angehörige. Diese können sich an eine der überparteilichen, überkonfessionellen Gruppen wenden, kostenlos von ehrenamtlichen Suchtberatern helfen lassen und sich mit anderen in ähnlicher Lage austauschen.

Von Anfang an gilt: Kaffee statt Korn. Bereits der Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA gegründete Guttempler-Orden, Vorläufer der heutigen Gemeinschaften, hatte sich der Abstinenz verschrieben. Die Ordensprinzipien Brüderlichkeit, Frieden und eben Enthaltsamkeit gelten noch immer.

Der Hochtempler grüßt

Die frühere Organisation in Logenform ist längst abgeschafft. Mancher Gast ist anfangs jedoch befremdet. Wer eine Gruppe aufsucht, trifft vielerorts auf ungewohnte Rituale: Da begrüßt der „Hochtempler“, die Anwesenden mit Formeln wie: „Wir treffen uns hier in geschwisterlicher Verbundenheit.“

Da sind die Tische nach alter Tradition in Kreuzform aufgestellt. Da stehen begeisterte Zuhörer nach einem Vortrag auf, statt zu applaudieren. Gerhard Siems zieht ein orangefarbenes Heft aus dem Bücherregal – den 62 Seiten dicken Sitzungsleitfaden. „Wir sind dabei zu entrümpeln“, sagt der 75-Jährige. Die Satzung werde überarbeitet.

Regeln und Rituale können aber auch Halt geben. Das hat Martin Hoppe festgestellt, Leiter der Fachklinik Bassum (Kreis Diepholz). Das Bethel-Krankenhaus hält 66 Betten für Suchtkranke bereit; zurzeit finden dort 44 Männer und zwölf Frauen Hilfe. Jede Woche stellen Gruppen, auch die Anonymen Alkoholiker und das Blaue Kreuz, ihre Angebote für die Zeit nach Entzug und Therapie vor.

„Selbsthilfe wirkt“, sagt Klinikchef Hoppe. Gerade den Guttemplern gelinge es, dauerhafte, vertrauensvolle Bindungen entstehen zu lassen. „Das ist wichtig, weil sich viele vorher aus Scham sozial zurückgezogen haben.“

Ein Kasten Bier am Tag

Häufig – wenn auch wie bei anderen Vereinen immer seltener – folgt auf die ersten Monate der Enthaltsamkeit, in denen die wöchentliche Gesprächsgruppe im Mittelpunkt steht, der Eintritt in die Guttempler-Gemeinschaft. Die Mitglieder treffen sich zu Reisen, Vorträgen, Spielen und anderen Freizeitaktivitäten. In manchen Städten, etwa in Celle, gibt es sogar Angebote für Kinder. „Um Spaß zu haben, brauchen wir keinen Alkohol“, sagt Vorstandsmitglied Siems.

Der frühere Fernmelderevisor dankt seiner Frau, die ihn in der schlimmen Zeit vor rund vierzig Jahren – als er einen Kasten Bier pro Tag geleert habe – zu den Guttemplern führte: „Ich wäre sonst schon lange in der schwarzen Kiste.“

Von Gabriele Schulte

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