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Der Norden 750 Gymnasiallehrer müssen an Grundschulen aushelfen
Nachrichten Der Norden 750 Gymnasiallehrer müssen an Grundschulen aushelfen
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00:16 04.02.2018
„Gerade bei Grundschulen gibt es einen Bewerbermangel.“ Quelle: Marcel Kusch
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Hannover

 Eines der akutesten Probleme der Schulpolitik ist auch mit dem Regierungswechsel nicht behoben. So wird die Zahl der Abordnungen von Gymnasiallehrern steigen, die an Grundschulen einspringen müssen. Sie sollen dafür sorgen, dass dort der Unterricht nicht zusammenbricht. „Ich will mich gar nicht erst im Schönrednen versuchen“, sagte gestern Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), als er die jüngsten Zahlen zum zweiten Schulhalbjahr 2017/18 vorstellte. So ist die Unterrichtsversorgung um 0,2 Prozentpunkte auf 98,7 Prozent gesunken. Außerdem steigt die Zahl der Abordnungen von Lehrern nochmals deutlich an.

So müssen rund 2900 Lehrer in dem am Montag beginnenden zweiten Halbjahr an anderen Schulen unterrichten. Von diesen Abordnungen betroffen seien damit 650 Lehrer mehr als im vorherigen Schuljahr,  erklärte das Kultusministerium. Die besser bezahlten Gymnasiallehrer müssen allerdings nur einen Teil ihrer Unterrichtsstunden an den Grundschulen ableisten – auch aus rechtlichen Gründen. Denn eine volle Abordnung an die Grundschulen geht schon deshalb nicht, weil Gymnasiallehrer weniger Stunden als Grundschullehrer unterrichten müssen, obwohl sie besser bezahlt werden.

Es geht um 24.500 Stunden

Die zahlreichen  Abordnungen sind in der Lehrerschaft vor allem deshalb so umstritten, weil sie im vergangenen Jahr ziemlich plötzlich geschahen. Diesmal will das Kultusministerium für längere Vorläufe sorgen. Der Anstieg ist allerdings geplant und hausgemacht. So hat das Kultusministerium 170 Stellen, die an Grund-, Haupt und Realschulen nicht besetzt werden können, in den Gymnasiallehrerbereich verlagert. Lehrer für die Gymnasien sind leichter zu finden. Insgesamt leisten die an andere Schulen geschickten Pädagogen jetzt 24.500 Unterrichtsstunden.

„Gerade bei Grundschulen haben wir einen erheblichen Bewerbermangel“, erklärte Kultusminister Tonne gestern. Deshalb werden nun landesweit allein 750 Gymnasiallehrer verpflichtet, bis zu den Sommerferien Unterrichtsstunden an Grundschulen zu übernehmen – 310 Lehrer mehr als zuvor. Tonne sagte, er sei sich bewusst, dass das eine hohe Belastung für die Lehrer bedeute. Er wolle die Lehrer-Karawanen zügig beenden. „Im Kern wollen wird von den Abordnungen weg“, sagte Tonne. Aber es werde immer Abordnungen geben müssen – wenn auch nicht in diesem hohen Maßstab.

Das Land hatte für das zweite Schulhalbjahr nach eigenen Angaben 1200 Lehrerstellen ausgeschrieben. Ihren Dienst nehmen zum Start des neuen Halbjahres jetzt 1070 neue Lehrer auf, davon 121 Quereinsteiger. Das seien rund 90 Prozent der ausgeschriebenen Stellen, sagte Tonne.

Tonnes nüchterne Beschreibung der Lage löste ein vielstimmiges Echo aus. Der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling sagte: „Die heute veröffentlichten Zahlen sprechen ein vernichtendes Urteil über die Bildungspolitik aus.“ Die GroKo setze die schlechte Politik der rot-grünen Politik fort. Die Grüne Julia Willie Hamburg meinte, wo keine Lehrkräfte vorhanden seien, könnten auch keine geschnitzt werden. Es bräuchte einen bundesweiten Masterplan, der verhindere, dass sich die Bundesländer untereinander Lehrkräfte wegnehmen.  Als „ernüchternd“ bezeichnete CDU-Schulexpertin Mareike Wulf die Zahlen. Es gebe aber erste Hinweise für verhaltenen Optimismus –  etwa die geplante Einstellung von 2000 neuen Lehrern.

Von Michael B. Berger

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