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Der Norden Gibt es lebenslange Haft für den Blutrache-Mord?
Nachrichten Der Norden Gibt es lebenslange Haft für den Blutrache-Mord?
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22:40 21.03.2018
Prozess nach „Blutrache“-Mord. Quelle: dpa/Symbolbild
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Verden

Die Verdener Staatsanwaltschaft hat im Prozess um einen Blutrachemord für einen 23-jährigen Mann aus Albanien eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. „Das war eine brutale, kaltblütige, abgrundtief tückische, öffentliche Hinrichtung“, sagte die Staatsanwältin Annette Marquardt vor dem Landgericht Verden. Der Mordanschlag in Visselhövede (Kreis Rotenburg) hatte im Januar 2017 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Ein 46-jähriger Albaner war auf offener Straße am helllichten Tag von einem Motorrad aus mit mehreren Schüssen getötet worden. Der Angeklagte sei entgegen seiner Behauptung eine zentrale Figur bei der Planung und Ausführung der Tat gewesen, so Marquardt.

Hintergrund des Anschlags vom 9. Januar 2017 ist ein Blutrache-Motiv. Der in Visselhövede (Kreis Rotenburg) ermordete Mann hatte 2011 einen Cousin des Angeklagten vor einer Diskothek in Albaniens Hauptstadt Tirana getötet. Möglicherweise handelte es sich bei dieser Tat aber um eine „notwehrähnliche“ Situation, wie die Staatsanwältin zu bedenken gab. Der Mann verbüßte in seiner Heimat eine Haftstrafe und war dann aus Angst vor Blutrache mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet, wo er ermordet wurde.

Angeklagter plante Racheszenario

Der Angeklagte soll mit anderen Familienmitgliedern die Tat geplant und das „Racheszenario“ der Familie zur Bestrafung des 46-Jährigen durch die Exekution auf offener Straße umgesetzt haben. Er sei Mittäter und habe das Motorrad gefahren. Der Sozius gab die Schüsse ab. Wer das war, ist unklar. Der Angeklagte hatte in der Polizeivernehmung zunächst einen weiteren 24 Jahre alten Cousin der Tat bezichtigt, der ebenfalls angeklagt war, aber im Prozessverlauf wegen Indizienmangels freigesprochen werden musste. Vor Gericht schwieg der 23-Jährige beharrlich.

„Selbstjustiz gibt es in Deutschland nicht, in Albanien übrigens auch nicht“, betonte Marquardt. Der Angeklagte habe sich über alle Rechtsgrundlagen hinweggesetzt und während des Verfahrens nicht einen Funken Reue gezeigt. Die Schüsse wurden aus allernächster Nähe abgefeuert. „Eine Tat auf sittlich unterster Stufe“, so Marquardt. Das Opfer habe nicht verletzt, sondern vernichtet werden sollen. Davon zeugten die zwölf Schüsse, von denen zwei direkt auf den Kopf abgefeuert worden seien. Zwei Projektile waren auch im Fensterrahmen eines Lehrerzimmers einer direkt dem Tatort gegenüberliegenden Grundschule eingeschlagen. Verletzt wurde dort aber niemand.

Antrag auf besondere schwere der Schuld

Kaltblütiger könne man eine Tat nicht ausführen, betonte Marquardt, die in ihrem zweistündigen Schlussvortrag auch den Antrag auf Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragte. Es sei in diesem Falle nicht angemessen, die Haftstrafe nach 15 Jahren zu überprüfen. Am Freitag will die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Nicht ausgeschlossen ist, dass am Freitag auch das Urteil fällt. Wahrscheinlicher aber sei, dass dies am 28. März geschehe, wie der Vorsitzende Richter andeutete.

Von Reuter

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