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Der Norden Bewährungsstrafe für Laserattacke auf Polizeihubschrauber
Nachrichten Der Norden Bewährungsstrafe für Laserattacke auf Polizeihubschrauber
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07:21 21.06.2018
„Mehrere Stöße eines grünen Laserlichts“: Einer der beiden Hamburger Polizeihubschrauber vom Typ „Libelle“ wurde Ziel der Attacke. Quelle: Foto: dpa
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Hamburg

Im Prozess um einen Laserpointer-Angriff auf einen Polizeihubschrauber während des G-20-Gipfels ist der Angeklagte zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Hamburg-Altona sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass sich der 27-Jährige des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr in Tateinheit mit versuchter Körperverletzung schuldig gemacht hat.

„Der Angeklagte bemerkte den Hubschrauber und positionierte den Laserstrahl in seine Richtung“, hieß es in der Urteilsbegründung. Ursprünglich war gegen den 27-Jährigen sogar wegen versuchten Mordes ermittelt worden, dieser Vorwurf wurde jedoch schnell fallengelassen, weil die Ermittlungen ergeben hatten, dass eine konkrete Absturzgefahr zu keinem Zeitpunkt bestanden habe.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der gebürtige Greifswalder am 6. Juli mehrere Stöße eines grünen Laserlichts aus dem Fenster einer Dachgeschosswohnung in Richtung des Helikopters „Libelle“ abgegeben, während dieser in etwa 400 Metern Höhe kreiste. Der Angeklagte hatte sich während des Prozesses nicht geäußert, jedoch in einer ersten Vernehmung nach dem Vorfall angeben, „mit dem Lasergerät Figuren in den Nachthimmel gezeichnet“ zu haben.

Videoaufnahmen als Beweis

Das Gericht stützte sich bei seinem Urteil auch auf Videoaufnahmen von abgegebenen Laserstrahlen. Obwohl der Angeklagte selbst nicht zu erkennen sei, sei das Gericht davon überzeugt, dass er es war, der das Lasergerät bediente. Zu einer konkreten Gefährdung für die Besatzung sei es zwar nicht gekommen, es habe jedoch ein „unkalkulierbares Risiko“ bestanden.

Sowohl Pilot als auch Co-Pilot hatten vor Gericht angegeben, jeweils im rechten Auge von dem Laserlicht geblendet worden zu sein. Zudem hatte der Pilot behauptet, er habe nach dem Vorfall mehrere Sekunden lang nichts sehen können, und es sei zu einem erheblichen Höhenabfall des Hubschraubers gekommen.

Gericht folgt Piloten nicht

Dem folgte das Gericht nicht. Eine Blendung eines einzelnen Auges sowie eine Verletzung seien von einem Gutachter widerlegt worden, sagte die Richterin. Zudem sei es „entgegen der Aussage des Piloten“ nicht zu einem Höhenabfall gekommen.

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht, dass es aufgrund der ursprünglichen Anklage wegen versuchten Mordes zu einer erheblichen Vorverurteilung des Beschuldigten gekommen sei. Der Vater einer vierjährigen Tochter hatte deswegen bereits rund fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen. Die Verteidigung zeigte sich unzufrieden mit dem Urteil: „Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Angeklagte nicht der Täter ist“, sagte der Anwalt des 27-Jährigen. Er werde daher höchstwahrscheinlich in Revision gehen und erwäge zudem, den Piloten wegen Falschaussage anzuzeigen.

Von Wiebke Dördrechter

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