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Der Norden Früherer Messechef verliert Doktortitel
Nachrichten Der Norden Früherer Messechef verliert Doktortitel
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00:35 16.06.2018
Klaus Goehrmann Quelle: Foto: dpa
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Braunschweig

Klaus Goehrmann darf den Doktortitel der Technischen Universität (TU) Clausthal nicht mehr führen. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat in dem Plagiatsverfahren gegen den früheren Chef der Deutschen Messe AG bestätigt, dass ihm die Hochschule den Titel zu Recht entzogen hat. Der 79-Jährige, der zwei weitere Doktortitel führt, hatte die Entscheidung nicht hinnehmen wollen und war darum vor Gericht gezogen.

2010 hatte die Fakultät für Mathematik/Informatik und Maschinenbau Goehrmann den Titel Dr.-Ing. verliehen. Ende 2012 zeigte der Plagiatsfahnder Martin Heidingsfelder, der schon an der Aufdeckung der Affäre um die Dissertation des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) beteiligt gewesen war, bei der TU Clausthal einen Verdacht an: Große Teile von Goehrmanns Dissertation beruhten auf einem Forschungsbericht, den Wissenschaftler und Techniker des Laserzentrums Hannover (LZH) erarbeitet hätten. Goehrmann habe dies in seiner Arbeit verschwiegen. Nachdem die universitätsinterne Prüfung den Verdacht bestätigt hatte, entzog ihm die TU den Titel.

Bei einem ersten Termin im Jahr 2015 wies das Gericht darauf hin, dass die Voraussetzungen für den Entzug des Doktorgrades wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens vorlägen. Allerdings habe die TU möglicherweise ihr Ermessen bezüglich des Vorwurfs der Täuschung nicht ordnungsgemäß ausgeübt. Das Gericht schlug einen Vergleich vor: Goehrmann sollte den Entzug des Doktortitels anerkennen, während die TU erklärt, dass sie am Vorwurf der Täuschung nicht festhält. Goehrmann widerrief den Vergleich, es kam zu einem neuen Verfahren.

Der 79-Jährige räumte ein, dass der technische Teil der Arbeit vom Laserzentrum stamme und er an den Experimenten nicht beteiligt gewesen sei. Es sei aber mit dem Zweitgutachter Professor Heinz Haferkamp abgesprochen gewesen, dass er die Unterlagen verwenden könne. Haferkamp war einer der Gründer des LZH.

Am Ende wies das Gericht die Klage ab: Die Verleihung des Doktortitels sei nur rechtmäßig, wenn die Dissertation die Befähigung nachweise, selbstständig wissenschaftlich arbeiten zu können. Dies sei nicht der Fall, wenn in erheblichem Umfang auf fremde Leistungen zurückgegriffen werde, ohne dies kenntlich zu machen. Die übernommenen Unterlagen aus dem Laserzentrum beträfen das ingenieurwissenschaftliche Kernkapitel der Arbeit. Goehrmann habe dazu keinen substanziellen Beitrag geleistet.

Von Heidi Niemann

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