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Der Norden Fredi Willig hat alten Grenzturm saniert
Nachrichten Der Norden Fredi Willig hat alten Grenzturm saniert
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00:16 15.11.2017
„Ein Jahr haben wird dafür gebraucht“: Fredi Willig hat das Gebäude gemeinsam mit Freunden renoviert. Quelle: Heidi Niemann
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Bartolfelde

 An einem Premiumstandort steht der Trum auch nicht gerade: Rundherum nur Bäume, Felder und eine kleine Straße. Trotzdem wollte Fredi Willig ihn unbedingt haben.

Der heute 65 Jahre alte Rentner ist in Bartolfelde, einem Ortsteil von Bad Lauterberg, aufgewachsen. Etwa einen Kilometer südlich verlief die Grenze zur DDR. Hier stand auch Willigs Turm, von dem aus die Grenze überwacht wurde. Nach dem Fall der Mauer im November 1989 wurden viele Grenzanlagen und Türme abgerissen. Für Fredi Willig stand damals fest: „Dieser Grenzturm muss als Erinnerung an die deutsche Geschichte erhalten bleiben.“ Da keine staatliche Institution am Erhalt interessiert war, kaufte er ihn selbst.

Willig ließ nicht locker

Vorher hatte er allerdings langwierige Verhandlungen mit diversen Behörden führen müssen. Willig ließ nicht locker, bis er schließlich 2001 vom Bundesvermögensamt in Erfurt ein 20 000 Quadratmeter großes Grundstück mitsamt dem Turm erwerben konnte. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, wenn man so etwas macht“, schmunzelt der 65-Jährige. Der Turm war in einem miserablen Zustand. Wie so oft bei leerstehenden Gebäuden, hatten auch hier Unbekannte im Inneren alles verwüstet und mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war: „Sämtliche Fensterscheiben waren kaputt, die Treppenstufen herausgerissen, die Kabel verkohlt, der Keller voller Steine“, erzählt Willig.

Gemeinsam mit Freunden hat er den Turm dann nach und nach renoviert, so dass er wieder begehbar war. „Ein Jahr haben wir dafür gebraucht“, erzählt Willig. Anders als in manchen Grenzlandmuseen ist nur wenig von der Originalausstattung erhalten. „Das hier ist kein Museum, das Gebäude steht auch nicht unter Denkmalschutz“, sagt der Turmbesitzer. Die wenigen Dinge, die noch vorhanden waren, wurden aber wieder eingebaut, etwa die einzige erhaltene Treppenstufe und auch das Treppengeländer. In den Räumen sind auch eine Fahne, Uniformen, Mützen, Wimpel, ein Honecker-Bild und andere Relikte aus DDR-Zeiten zu sehen. Diese hat Willig aber von anderen Orten zusammengetragen. Ein etwas kurios anmutendes Original ist eine Windrose, die im Obergeschoss des Turms auf die Decke aufgemalt war - offenbar brauchten die Grenzer trotz all der Überwachungstechnik auch ganz simple Orientierungshilfen.

Ein grandioser Ausblick

Überhaupt die Technik: „239 Kabel habe ich in diesem Turm gefunden“, erzählt Willig. Der Grenzturm bei Bartolfelde war ein so genannter Führungspunkt. Von hier aus wurden die umliegenden Abschnitte der insgesamt 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze mit aufwändiger Funk- und Nachrichtentechnik überwacht und die Einsätze koordiniert. Vor allem im Winter dürfte der Wachdienst oben im Turm kein angenehmer Arbeitsplatz gewesen sein, meint Willig. Zwar habe es einen Elektroofen gegeben: „Aber es ist nie richtig warm geworden.“ Dies hätten ihm einstige Grenzsoldaten erzählt, die damals hier eingesetzt gewesen waren.

Heute können Besucher vom Turm aus einen grandiosen Ausblick genießen: „Bei gutem Wetter kann man bis zum Brocken sehen und sogar den Dampf der Brockenbahn erkennen“, sagt Willig. Man sieht auch den alten Kolonnenweg, den die Grenztruppen benutzten. Dass der Verlauf so gut zu erkennen ist, ist auch Fredi Willig und seinen Helfern zu verdanken: Mit Zustimmung der Behörden haben sie den Weg, der völlig zugewuchert war, wieder freigeschnitten. Hierüber freuen sich vor allem Wanderer und Radfahrer, weil sie so die einstige Grenze erwandern beziehungsweise „erfahren“ können.

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