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Der Norden 22-Jähriger gelingt filmreife Flucht aus Gefängnis
Nachrichten Der Norden 22-Jähriger gelingt filmreife Flucht aus Gefängnis
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00:29 22.03.2018
Keine Fluchtgefahr gesehen: Tizia L. bei der Urteilsverkündung vor dem Landgericht Hildesheim.  Quelle: Foto: Gossmann
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Vechta/Algermissen

 Die wegen Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilte Tizia L., die im Sommer 2016 in Algermissen (Kreis Hildesheim) ihren 62-jährigen Mann erschossen hatte, ist aus dem Frauengefängnis in Vechta ausgebrochen. Das bestätigte Anstaltsleiter Oliver Weßels auf Anfrage. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach der jungen Frau, bislang aber ohne Erfolg.

Tizia L. war im Gebäude der sogenannten Sozialtherapie untergebracht, eine Außenstelle der Justizvollzugsanstalt am Rande der Innenstadt. Dort bekommen die Gefangenen überdurchschnittliche Unterstützung – in der Therapie, aber auch in de Berufsfindung für die Zeit nach der Haft. Weil es in den Zellen im Erdgeschoss keine Toiletten gibt, können sich die Insassinnen im Gebäude weitgehend frei bewegen und die Toiletten und Gemeinschaftsräume im ersten Stock jederzeit erreichen.

Aufs Dach und über den Zaun

Nach bisherigen Erkenntnissen machte sich Tizia L. am frühen Montagmorgen zwischen 3 und 6 Uhr auf den Weg nach oben. Dort gelang es ihr, eines der Fenster in der Dachschräge so weit zu öffnen, dass sie sich hinaus auf das Dach schlängeln konnte. „Sie muss das Schloss manipuliert haben“, sagt Weßels. Offenbar kam Tizia L., die eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin begonnen hatte, ihr handwerkliches Geschick zugute – und ihre Sportlichkeit.

Vom Dach hangelte sie sich wahrscheinlich auf den Boden hinunter und lief zu einem etwa vier Meter hohen Zaun. Der wird zwar durch Kameras überwacht, hat aber keine Stacheldrahtkrone. Ob bewusst oder nicht – Tizia L. wählte eine Stelle, die von den Kameras nicht erfasst wird, kletterte über den Zaun und verschwand in die Nacht.

Die damals 21-jährige Tizia L. hat laut Gericht ihren rund 40 Jahre älteren Ehemann Willi L. in der Nacht vom 23.  auf den 24. Juli 2016 in der gemeinsamen Wohnung in Algermissen erschossen. Anschließend fuhr sie mit einem jüngeren Liebhaber für zwei Wochen ins Ausland. Über ebendiese Reise hatte sie zuvor mit ihrem offenbar eifersüchtigen Ehemann gestritten. Zu diesem Schluss kam das Landgericht Hildesheim nach einem Indizienprozess und verurteilte die junge Frau im März 2017 zu elf Jahren Haft wegen Totschlags. Tizia L. hatte die Tat bis zum Schluss geleugnet. Eine Revision scheiterte im November vor dem Bundesgerichtshof.

Die Verantwortlichen in Vechta wurden von der Flucht der 22-Jährigen völlig überrascht, wie Gefängnisleiter Weßels einräumt. Tizia L. habe „realistische Perspektiven für eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin“ gehabt, eine Fluchtgefahr habe man nicht gesehen. 

Als erste Konsequenz dürften Gefangene nur noch unter Aufsicht in den ersten Stock des Gebäudes, auch die Fenster sollen besser gesichert werden. Für weitere Schlussfolgerungen aus der Flucht sei es noch zu früh, heißt es auch beim Justizministerium in Hannover. Aus dem Frauengefängnis in Vechta war zuletzt im Jahr 2014 eine Gefangene ausgebrochen.

Von Tarek Abu Ajamieh

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