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Der Norden Experten warnen: Temperaturen steigen in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Experten warnen: Temperaturen steigen in Niedersachsen
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15:04 22.06.2018
Der Kronsberg in Hannover. Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) warnt aufgrund eines neuen Klimareports vor ansteigenden Temperaturen in Niedersachsen. Quelle: dpa
Hannover

Mehr heiße Tage, stärkere Niederschläge, Verschiebung der Jahreszeiten: Der Klimawandel trifft Niedersachsen mit voller Wucht. Das geht aus dem Klimareport für Niedersachsen hervor, den Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag in Hannover vorgelegt hat. Die Ergebnisse seien alarmierend. Im schlimmsten Fall könnten die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um durchschnittlich fünf Grad steigen. „Der Klimaschutz duldet keinen Aufschub mehr“, sagte Lies. „Wir müssen den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren und Anpassungsstrategien für die Folgen des Klimawandels entwickeln.“

Die Studie, an der auch der Deutsche Wetterdienst beteiligt ist, gibt einen Überblick über die Klimaentwicklung in Niedersachsen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 – und eine Prognose bis zum Jahr 2100. Demnach ist das Jahresmittel der Temperatur um 1,5 Grad gestiegen. Die jährliche Anzahl der Sommertage mit über 25 Grad nimmt zu (plus 16 Tage seit 1951), die Frosttage unter null Grad nehmen ab (minus 23 Tage seit 1951). Seit dem Jahr 2000 häufen sich Jahre mit Rekordhitze: „In Niedersachsen traten seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1881 sieben der zehn wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert auf“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker. 2014 sei das wärmste Jahr gewesen.

Auch Starkregen nimmt zu

Der Klimareport verzeichnet einen Anstieg der Regenmengen um 15 Prozent, vor allem im Herbst und Winter regnet es mehr. Auch die Starkniederschläge haben zugenommen, teilweise mit verheerenden Folgen für die betroffenen Regionen. Sollte sich der Klimawandel ungebremst fortsetzen, rechnen die Experten bis 2100 mit einer weiteren Zunahme der Jahresniederschläge von 8 Prozent. Wetterexperte Becker betonte, dass dies für Niedersachsen ernste Folgen hätte: Die Küste wäre vom Anstieg des Meeresspiegels betroffene, längere Trockenperioden und stärkere Niederschläge würden etwa die Landwirtschaft vor Probleme stellen. Pflanzen müssten künftig robuster sein. „Die Anpassung an den Klimawandel kostet Geld und Kraft, ist aber machbar“, sagte Becker.

Auch in den Städten könnten sich gravierende Veränderungen ergeben: Laut Becker könnte es etwa in Hannover statt derzeit sechs bis sieben heißen Tagen über 30 Grad künftig 26 oder 27 solcher Tage pro Jahr geben. Meteorologe Günter Groß von der Leibniz-Uni Hannover betonte, dass Städte an die veränderten Temperaturen angepasst werden müssten. Er schloss Temperaturen von um die 40 Grad für Hannover künftig nicht aus.

Lies kündigte an, die niedersächsische „Anpassungsstrategie“ in den nächsten Jahren zu aktualisieren – etwa mit mehr Geld für den Küsten- und Hochwasserschutz, mit Konzepten für Land- und Forstwirtschaft und entsprechender Städteplanung. „Wichtig ist, das Ausmaß des Klimawandels in beherrschbaren Grenzen zu halten“, sagte er.

Grünen-Landeschefin Anne Kura forderte Lies zum Handeln auf. Ein Klimaschutzgesetz liege längst auf dem Tisch.

Von Marco Seng

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