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Der Norden FSME-Risiko durch Zeckenstiche in Niedersachsen steigt
Nachrichten Der Norden FSME-Risiko durch Zeckenstiche in Niedersachsen steigt
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16:22 19.04.2018
In einem Waldgebiet bei Devese wird vor Zecken gewarnt. Quelle: dpa
Hannover

 In Niedersachsen steigt das Risiko, sich durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus zu infizieren. Darauf haben Experten am Donnerstag beim Landesgesundheitsamt in Hannover nach dem Beginn der Zeckensaison hingewiesen, die bis Oktober dauert. FSME könne zu Hirnhaut- und Gehirnentzündung, dauerhaften Lähmungen und sogar zum Tod führen, sagte Prof. Helmut Eiffert von der Universitätsmedizin Göttingen. Eine Therapie gegen die Viren gebe es nicht: „Aber es gibt die Impfung als wirksamen Schutz.“ Sie sei nicht nur bei Reisen in ausgesprochene Risikogebiete sinnvoll, sondern auch im Norden für Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten oder besonders anfällig für Zeckenbisse sind. 

Seit 2002 sind dem Landesgesundheitsamt 18 Fälle von Erwachsenen und Kindern bekannt geworden, die sich nachweislich in Niedersachsen mit FSME angesteckt haben  – neun davon und somit die Hälfte  in den vergangenen zwei Jahren. Wie  Masyar Monazahian, Virologe bei der Landesbehörde, erläuterte, war der Raum Lingen im Emsland besonders auffällig. Ansteckungen gab es sowohl 2016 wie 2017 auch in den Landkreisen Celle und Nienburg, im vergangenen Jahr zusätzlich im Kreis Hildesheim. In den Jahren davor war auch die Region Hannover mehrfach betroffen. Auch Regionsamtsarzt Mustafa Yilmaz warb für die Impfung, die allenfalls vorübergehende Nebenwirkungen mit sich bringe. Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat Niedersachsen, anders als viele süddeutsche Gebiete, bisher nicht als Risikogebiet eingestuft. 

Auch Gärten sind Biotope 

 Virologe Monazahian hob hervor, dass die überkommene Vorstellung von der Zecke im Unterholz und am Waldrand nicht mehr ausreiche: „Mittlerweile wissen wir, dass neben naturbelassenen auch aufgeräumte Gärten oder auch Parks Zeckenbiotope darstellen.“ Die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Deutschland ist die Lyme-Borreliose, gegen die anders als bei FSME keine Impfung möglich ist. Nach Schätzungen gibt es jedes Jahr Zehntausende Neuerkrankungen.

Die Fachleute raten, sich mit heller Kleidung zu schützen und nach Aufenthalten in der Natur den Körper nach Zecken abzusuchen. Diese sollte spätestens innerhalb von 24 Stunden entfernt werden. Wer zur Vorbeugung Zeckenschutzmittel verwende, sollte sich alle zwei Stunden erneuert damit einreiben. 

Hier lesen: So können Sie sich vor Zecken schützen.
 

Von Gabriele Schulte

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