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Der Norden Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen in Ritterhude ein
Nachrichten Der Norden Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen in Ritterhude ein
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12:34 22.02.2018
Vollständig zerstört: Die Überreste des explodierten Entsorgungsunternehmen in Ritterhude. Quelle: picture alliance / dpa
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Ritterhude/Verden

 Mehr als drei Jahre nach der verheerenden Explosion auf dem Gelände einer Chemiefabrik in Ritterhude nördlich von Bremen hat die Staatsanwaltschaft Verden die Ermittlungen „in den wesentlichen Kernpunkten eingestellt“. Die Ursache für die Explosion konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, teilte Oberstaatsanwalt Marcus Röske am Dienstag mit. Übrig bleibt der Verdacht auf Ordnungswidrigkeiten, der an das zuständige Gewerbeaufsichtsamt abgegeben wurde. Hinweisen auf mögliche Korruption gehen die Ermittler allerdings noch nach.

40 Häuser beschädigt

Am 9. September 2014 war es auf dem Betriebsgelände der Organo Fluid zu mehreren Explosionen gekommen. Das Feuer auf dem Gelände zerstörte Gebäude und Anlagen fast vollständig. Ein Mitarbeiter des Unternehmens wurde so schwer verletzt, dass er später starb. Drei weitere wurden verletzt. Umherfliegende Trümmerteile beschädigten 40 Wohnhäuser in der Nachbarschaft zum teil schwer.

Gegen zwei frühere Geschäftsführer und den technischen Betriebsleiter war wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt worden. Außerdem bestand der Verdacht, dass in der Anlage Abfälle unzulässig verarbeitet wurden und diese ohne ausreichende Genehmigung betrieben worden war. Ermittlungen gegen eine frühere Sachbearbeiterin im Gewerbeaufsichtsamt Cuxhaven brachten jedoch auch hier keine ausreichenden Erkenntnisse.

Unterlagen vernichtet

„Eine fahrlässige Tötung des verstorbenen Mitarbeiters oder eine fahrlässige Körperverletzung weiterer Personen an der Unglücksstelle sind nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit zu beweisen“, sagte Oberstaatsanwalt Röske. Die Ursache der Explosion hätten die Ermittler „nicht hinreichend sicher“ feststellen können. Auch für eine vorsätzliche Beschädigung der Häuser der Nachbarn konnten die Ermittler laut Röske keine Anhaltspunkte finden. Fahrlässige Sachbeschädigung sei nicht strafbar.

Behindert wurden die Ermittlungen laut Röske durch die zerstörerische Wucht der Explosion selbst. „Ein Großteil der Geschäftsunterlagen des Unternehmens wurde vernichtet.“ Erschwert habe die Ermittlungen zudem, „dass Genehmigungsbescheide teilweise nicht so präzise formuliert worden waren, um Abweichungen des Betriebs und der Anlage von der Genehmigung feststellen zu können“.

Behördenschlamperei

Mit anderen Worten: Behörden haben bei der Genehmigung geschlampt. Ob die Bescheide möglicherweise „verwaltungsrechtlich rechtswidrig“ waren, sei jedoch nicht Sache der Staatsanwaltschaft. „Die Anlagenbetreiber durften sich auf die erteilten Genehmigungsbescheide berufen.“ Es haben sich laut Röske auch „keine für eine Anklageerhebung ausreichende Hinweise ergeben, dass die erteilten Genehmigungen durch Drohung, Bestechung oder Kollusion erwirkt oder durch unrichtige oder unvollständige Angaben erschlichen wurden“.

Weiter ermittelt wird lediglich in der Frage, ob es darüber hinaus zu „Vorteilszuwendungen in Form von Weihnachtspräsenten an Mitarbeiter verschiedener Behörden gekommen ist“.

Von Karl Doeleke

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