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Der Norden Die Schweinepest rückt immer näher
Nachrichten Der Norden Die Schweinepest rückt immer näher
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00:16 11.01.2018
„Jedes Jahr 30 bis 50 Kilometer weiter“: Wildschweine tragen den Erreger von Russland aus in Richtung Deutschland. Quelle: dpa
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Hannover

In Niedersachsen wächst die Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. „Es ist absehbar, dass die Seuche irgendwann auch bei uns landen wird“, sagte der Präsident der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke, am Montag. Der Erreger, der auch auf Hausschweine übertragen werden kann, hat sich in den vergangenen Jahren über Russland und das Baltikum immer weiter in Richtung Westen ausgedehnt. „Über die Wildschweinpopulation wurde er jedes Jahr 30 bis 50 Kilometer weiter getragen“, erklärt Dammann-Tamke. „Die Seuche ist gefährlich nahe an Deutschland herangerückt“, warnt das Landvolk.

Landwirte sind in Sorge

Bisher hat es in Niedersachsen keinen Fall der Afrikanischen Schweinepest gegeben. Doch der Erreger könnte schon über Nacht im Land auftauchen, warnt der CDU-Landtagsabgeordnete. Dafür, so Dammann-Tamke, reiche ein von einem aus Osteuropa kommenden Lkw-Fahrer an der Autobahn 2 weggeworfenes Brot mit Wurst von einem infizierten Schwein. „Und schon finden wir an der Raststätte Hämelerwald tote Wildschweine.“ Das sei ein Szenario, „wie es passieren kann“, bestätigt Paul Becher, Virologe an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. „Der Faktor Mensch ist das größte Risiko.“

Die Landwirte sind entsprechend besorgt. „Niedersachsens Tierhalter bitten um größtmögliche Unterstützung bei der Abwehr der Afrikanischen Schweinepest“, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Aufruf des Landvolks. Das für Tierseuchen zuständige Friedrich­Loeffler-Institut stuft das Risiko der Krankheitsübertragung unter anderem durch kontaminiertes Schweinefleisch als hoch ein. „Von Reisen sollten generell keinerlei tierische Erzeugnisse mitgebracht werden“, bittet das Landvolk.

Für die Landwirte in Niedersachsen könnte eine Übertragung auf Hausschweine verheerende wirtschaftliche Folgen haben. „Das wäre eine Katastrophe“, sagt Virologe Becher. „Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff, und den wird es in den kommenden Jahren auch nicht geben.“ Für Menschen ist der Erreger allerdings ungefährlich.

Millionen Schweine in Gefahr

Acht bis neun Millionen Hausschweine allein in Niedersachsen wären nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hannover in Gefahr. Deutschland ist neben Spanien der größte Exporteur von Schweinefleisch. Niemand würde das Fleisch aus Deutschland noch abnehmen, in Deutschland würde der Preis einbrechen. Hinzu kämen die Kosten der Seuchenbekämpfung. Sie dürften vergleichbar sein mit den Kosten der gewöhnlichen Schweinepest in den Neunzigerjahren. Dann könnte der wirtschaftliche Schaden schnell die Milliardengrenze erreichen, schätzt TiHo-Virologe Becher.

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) setzt zur Vorbeugung auf eine stärkere Bejagung der Wildschweine. Jäger sollen auch stärker auf verendete Tiere achten. Laut Otte-Kinast kommen auf das Land für die Verringerung der Zahl der Wildschweine zusätzliche Kosten von 3,5 Millionen Euro zu.

Von Karl Doeleke

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